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Hörmal | 26.07.2015 | 07:45 Uhr

Liebesbrief

„Hallo Du! Wie geht es Dir? Was denkst Du? Ich habe dich nicht erreicht. Darum schreibe ich Dir nun und kann so auch meine Gedanken besser ordnen.“ – lese ich in einem Brief aus meiner Jugend. Er gehört zu jenen Briefen, die ich wie einen Schatz in einer kleinen Kiste aufbewahre. In den tiefsten Tiefen meines Schreibtisches. Manchmal hole ich sie heraus und schmökere in ihnen. Sie sind für mich ein Schatz der Erinnerung. Zeugnisse erster Liebe und Sehnsucht.

Gibt es solche Briefe heute noch? „Ich habe dich nicht erreicht. Darum schreibe ich Dir.“ Wir sind ja durch Handy immer erreichbar. Und wer schreibt, der simst mal schnell. Doch SMS sind keine Botschaften für die Ewigkeit. – Schade.

Ich lese weiter in einem altem Brief: von der Sehnsucht nach einer gemeinsamen Zukunft, in einem „Traumhaus mit grünen Fensterläden“, in einem „Land voller Orangenbäume, wo nur die Sonne scheint“. – Kitschig? Nein, wunderschön. Ich erinnere mich: Die Liebe damals hat sich zwar nicht erfüllt. Doch sie hat mich gelehrt, wie sich Liebe in Worten anfühlt. Das geschriebene Wort kann so wertvoll sein.

In der Bibel heißt es „Gottes Wort ist lebendig und kräftig“. Der Vers steht im Neuen Testament im Hebräerbrief (Kap. 4, Vers 12).

Lebendig und kräftig ist Gottes Wort gerade auch deshalb, weil wir dieses Wort schriftlich haben. Die Bibel ist gewissermaßen ein einziger Liebesbrief Gottes an den Menschen. Auch hier stehen Erfüllungen noch aus: die vom Frieden und von der Gerechtigkeit zwischen den Menschen. Frieden und Gerechtigkeit sind an vielen Orten unserer Welt offen. Aber die Sehnsucht lebt und die Hoffnungsbilder der Bibel auch.

Zum Beispiel das Bild vom Paradies: das Bild dafür, dass Gott einen Bereich für uns Menschen bewahrt, an dem alles gut ist. Oder der Regenbogen, das Zeichen nach der großen Sintflut für Noah und seine Arche: Das Leben geht weiter! Ich denke an den Gelähmten, der geheilt wird und wieder tanzt, und das leere Grab des Auferstandenen. All diese Bilder geben mir Kraft, auf dieser Welt zu bestehen – gerade auch wenn mir nicht zum Tanzen zu Mute ist, gerade auch wenn die Wirklichkeit eine andere ist.

Ich lese mich weiter durch meine kleine Schatzkiste: „Ich traue mich gar nicht, Dir zu schreiben“, heißt es dort, „denn jedes geschriebene Wort ist so endgültig.“ – So ist es: Liebe ist immer ein Tasten. Und wer Gefühle festschreibt, macht sich angreifbar. Und doch gilt auch: Wer schreibt, der bleibt.

Was die Bibel betrifft, Gott hat sie natürlich nicht selbst geschrieben. Es waren Menschen aus verschiedenen Jahrhunderten. Die waren vom Glauben so inspiriert, dass sie von Gottes Liebe erzählt haben und von Gottes Geist der Vergebung und Versöhnung. Und sie haben das niedergeschrieben, damit Andere Jahre, Jahrhunderte nach ihnen, das mit ihnen teilen können. Die Bibel ist eigentlich eine große Sammlung von verschiedenen Liebesbriefen. Von Menschenhand geschrieben, aber ich glaube, dass sie Gottes Wort und Wille in vielem ganz nahe kommen.

Was für ein Schatz sind Liebesbriefe! Das denke ich, wenn ich mich durch mein kleines privates Briefpäckchen lese. Was für ein Schatz ist auch die Bibel mit all ihren Worten, geschrieben aus vollem Herzen - Worte für die Ewigkeit.

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