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Sonntagskirche | 26.03.2017 | 08:55 Uhr

„Lieder“

1. Strophe

Ich ging wie ein Ägypter, hab’ mit Tauben geweint.

War ein Voodoo-Kind, wie ein rollender Stein.

Im Dornenwald sang Maria für mich, ich starb in deinen Armen…Bochum ’84.

Ich ließ die Sonne nie untergehen, in meiner wundervollen Welt.

Refrain

Und ich singe diese Lieder, tanz’ mit Tränen in den Augen.

„Was ist das denn?“ dachte ich, als ich das Lied von Adel Tawil zum ersten Mal hörte. Da zitiert einer in einem Atemzug „Purple rain“ und „Maria durch ein‘ Dornwald ging“, Popsong und religiöses Lied auf einen Streich. Was für eine Kombination! Beim zweiten Hören entdeckte ich weitere Anspielungen auf Hits und Stars. Mit Hilfe des Internets habe ich dann den gesamten Liedtext entschlüsselt und dachte nur: Tolle Idee! Das würde ich auch gerne mal machen: Ein Lied singen auf alle, die mir irgendwann einmal die Augen geöffnet oder Mut gemacht haben, die mir im Laufe des Lebens zu Vorbildern geworden sind. Ein Lied über alle, die auf je eigene Weise dazu beigetragen haben, dass ich heute die bin, die ich bin: Ich würde von denen singen, die schon lange zu mir gehören. Von Menschen mit denen ich nur ein kurzes Stück Lebensweg gemeinsam gegangen bin. Von Männern und Frauen, die an verschiedenen Punkten in meinem Laben da waren, die bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Auch von Menschen, denen ich nur ein einziges Mal begegnet bin, die aber in diesem einen Augenblick etwas absolut Wichtiges für mich gesagt oder getan haben. Kolleginnen und Kollegen kämen vor, Kinder und Alte.

Ich würde auch Menschen aufzählen, die ich gar nicht persönlich kenne, die mich aber beeindruckt haben, mit dem, was sie mal gesagt oder getan haben: Autorinnen und Autoren von Büchern und Gedichten, die meinem Denken oder Fühlen neue Impulse gegeben haben, Künstlerinnen und Künstler, deren Bilder, Musik oder Filme mich beeindruckt haben. Und von den Menschen würde ich singen, die viel mehr wissen als ich: Denn je mehr sie mir die Welt erklären, desto größer wird mein fassungsloses Staunen!

Das Lied auf alle diese Menschen, die mich zu der haben werden lassen, die ich heute bin – es würde ein unglaublich langes Danklied werden. Klar gäbe es auch Strophen in Moll – zu den Menschen, die mich geprägt haben, zählen auch so einige, die mir negative Vorbilder waren, an denen mir klar wurde, so will ich nicht sein! Auch Wut, Trauer und Enttäuschungen waren immer wieder Bestandteil meines Lebens und meiner Beziehungen.

Aber es überwiegt eindeutig das Gute. Oft denke ich, ich habe viel Glück gehabt im Leben, es hätte auch ganz anders kommen können. Wie viele Menschen sehen kaum einen Grund, ein Danklied anzustimmen, sondern vielmehr ein Klagelied mit den Namen jener Menschen, die ihnen das Leben verbaut haben, die ihnen Schreckliches angetan haben.

Adel Tawil, dem ich die Idee, über mein Danklied nachzudenken, verdanke, scheint darum zu wissen, dass das Leben nicht nur vom Glück gezeichnet ist. Er spart in seinem Lied Trauer und Scheitern nicht aus. Mich beeindruckt aber, dass er trotzdem seine Lieder singt und tanzt – wenn auch mit Tränen in den Augen.

Sabine Lethen aus Essen.

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