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Sonntagskirche | 25.03.2018 | 08:55 Uhr

Lilie unter Dornen

Guten Morgen.

Eine Kerze. Und frische Blumen. Für mich der Inbegriff von Sonntag wie für andere der Duft frischer Brötchen oder das weichgekochte Ei oder lange ausschlafen können.

Frische Blumen. Und Glanz.

Beides bringt Gabriel mit, als er zu Maria kommt.

Frische Blumen – weiße duftende Lilien.

Maria versteht, was Gabriel ihr damit sagen will.

Seine Botschaft ist wichtig.

Zu überwältigend, um unverblümt damit ins Haus fallen zu können.

So geheimnisvoll, dass er sie durch die Blume sagen muss, damit er ihren Zauber nicht zerstört.

Weiße Lilien – Maria dreht sich ein wenig zur Seite.

Sie fühlt sich geschmeichelt, einerseits.

Andererseits ist er ihr ein bisschen unheimlich:

Dieser Gabriel ist zu schön für diese Welt.

Ein Glanz umgibt ihn. Als käme er direkt vom Himmel.

Ganz anders als ihr Verlobter Josef.

Der ist Zimmermann und nach der Arbeit meist verschwitzt, mit Sägespänen bedeckt.

Aber Josef nennt sie manchmal zärtlich „du Lilie unter Dornen“. (Hoheslied 2,2 Elberfelder). Das steht schon in den Heiligen Schriften. Dem Hohenlied.

Zwei Liebende sprechen da miteinander, manche sagen, es ist ein Gespräch zwischen einem Menschen und Gott. Ein Liebesverhältnis zwischen Himmel und Erde.

Und so ist es jetzt auch.

Die ganze Szene scheint nicht von dieser Welt zu sein.

Dieser Glanz. Diese Erhabenheit, die Gabriel ausstrahlt.

Maria ist überwältigt.

Er beginnt zu sprechen oder kann sie seine Gedanken lesen?

„Sei gegrüßt, Maria! Du bist beschenkt mit großer Gnade. Du kannst dich freuen! Gott ist mit dir!“

Die Lilien duften.

Maria denkt an ihre Mutter Anna. Sie hatte aus Lilien Medizin gemacht. Gut gegen Wunden auf der Haut. Der Duft: Auch gut, um das Herz wieder froh zu machen.

Mutter Anna hat ihr von Gott erzählt. Und von seinen Boten, den Engeln.

Wer bist du, Gabriel?, fragt sich Maria.

Da erreicht die nächste Botschaft ihr Herz:

„Maria, Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen,

den du Jesus nennen sollst. Er wird groß sein und Sohn des Allerhöchsten genannt werden.“

Marias Herz schlägt laut. Ein Kind, ja, das wünscht sie sich.

Aber doch nicht eines mit einer so großen Aufgabe. Sohn Gottes.

Vielleicht ist sie es wirklich – eine Lilie unter Dornen.

Eine junge Frau mit einer besonderen Aufgabe.

Mutter eines Sohnes zu werden, der die Welt verändern wird.

Die Lilien verströmen weiter ihren Duft. Marias Herz beruhigt sich.

Sie empfängt eine himmlische Botschaft.

Der Glanz dieses Augenblicks wird sie noch lange tragen.

Bis zur Geburt ihres Kindes wird noch viel passieren.

Sie wird es schwer haben bis zum nächsten von Gott beglänzten Augenblick neun Monate später.

Wenn ein Engel den Hirten auf den Feldern begegnet.

In Glanz von Gott gehüllt.

Und ihnen unverblümt sagt: „Habt keine Angst.

Ich habe eine Freudenbotschaft für euch und das ganze Volk.

Heute ist euch der Retter geboren worden, in der Stadt Davids: Christus, der Herr!

Und dies ist das Zeichen, an dem ihr ihn erkennt:

Ihr werdet ein neugeborenes Kind finden, das liegt in Windeln gewickelt in einer Futterkrippe.“

Und wenn plötzlich bei dem Engel all die vielen anderen Engeln sind, die im Himmel Gott dienen, und rufen:

“Groß ist von jetzt an Gottes Herrlichkeit im Himmel;

denn sein Frieden ist herabgekommen auf die Erde zu den Menschen, die er erwählt hat und liebt!“ (Lukas 2, Neues Leben, Die Bibel, leicht verändert)

Der Duft der Lilien – ob er sie hat einschlummern lassen? Maria reckt sich. Schaut sich um. Keiner zu sehen. Doch bald muss Josef nach Hause kommen.

Vielleicht erzählt sie ihm von ihrem Traum.

Einen gesegneten Sonntag wünsche ich Ihnen!

Informationen:

Lilie:

https://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/lilie/ch/c4c47034157316c4df19169dcb899840/

Tag der Verkündigung des Herrn:

https://de.wikipedia.org/wiki/Verk%C3%BCndigung_des_Herrn

Verkündigung des Herrn, lateinisch Annuntiatio Domini, auch Mariä Verkündigung (In Annuntiatione Beatæ Mariæ Virginis), ist ein Fest im Kirchenjahr und zugleich die Bezeichnung für das im Lukasevangelium geschilderte Ereignis der Verkündigung durch den Engel Gabriel, dass die Jungfrau Maria den Sohn Gottes vom Heiligen Geist empfangen und ihn gebären werde.

Der Gedenktag am 25. März wird in vielen Konfessionen gefeiert. Ältere Bezeichnungen sind Conceptio Christi (‚Empfängnis Christi‘), Mariä Bekleibung und Ancilla [Domini] (‚Magd [des Herrn]‘). Die biblische Begebenheit ist ein in der christlichen Ikonographie häufig dargestelltes Motiv. Viele Kirchen sind Mariä Verkündigung geweiht.

Evangelische und anglikanische Kirche

Auch evangelische Kirchen wie die Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland, die Evangelisch-Lutherische Kirche in Amerika und die Lutherische Kirche der Missouri-Synode verzeichnen das Datum in ihrem Kalender, Martin Luther bezeichnete es als „eins der fürnehmsten Feste“. In der anglikanischen Kirche wird das Fest ebenfalls gefeiert.

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