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Choralandacht | 05.08.2017 | 07:50 Uhr

Lobet den Herren, alle, die ihn ehren (eg 447)

Musik I.: 1. Strophe (Chor mit Orgel)

1. Lobet den Herren alle, die ihn ehren; lasst uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren!

Autor:

Lobet den Herren! Diese Aufforderung ist für mich ein guter Impuls am frühen Morgen. Denn Gott zu loben, ihm dankbar zu sein und das Gute zu sehen, das fällt mir manchmal ganz schön schwer.

Im Moment zum Beispiel ist mir überhaupt nicht nach Loben zumute. Ich hab‘ eine Menge Stress, auch heute, am Samstag, muss unheimlich viel erledigt werden – und was die nächste Woche alles bringt, das möchte ich noch gar nicht so genau wissen. Mit meiner Frau ist es gerade auch nicht einfach und die Kinder stecken mitten in der Pubertät.

Wofür bitteschön soll ich Gott da loben?

Musik I.: 2. Strophe (Chor mit Orgel)

2. Der unser Leben, das er uns gegeben, in dieser Nacht so väterlich bedecket

und aus dem Schlaf uns fröhlich auferwecket: Lobet den Herren!

Autor:

Dieser Choral lobt einfach fröhlich weiter. Aber mal ehrlich: Aus dem Schlaf aufgeweckt hat mich mein Handy. Und das war nicht besonders fröhlich, sondern dudelte halt die übliche Melodie, die ich eingestellt habe. Was um alles in der Welt soll Gott damit zu tun haben?Bei der 3. Strophe sieht es ähnlich aus: „Dass unsre Sinnen wir noch brauchen können und Händ und Füße, Zung und Lippen regen“ - wo ist denn da das Besondere? Das kann ich jeden Tag, das ist doch selbstverständlich! Ich kann doch nicht ernsthaft einen Lobgesang anstimmen, bloß weil ich meine Hände und Füße bewegen kann. Oder doch?

Musik II.: 5. Strophe (Klavier und Frauenstimme)

5. Dass Dieb und Räuber unser Gut und Leiber nicht angetast’ und grausamlich verletzet, dawider hat sein Engel sich gesetzet. Lobet den Herren!

Autor:

Diebe und Räuber. Das klingt in der Tat nach etwas Ernsthaftem. Und ich meine, wenn man sich anguckt, wie viele Einbrüche es jedes Jahr in Nordrhein-Westfalen gibt, da muss man vielleicht tatsächlich froh und dankbar sein, wenn es einen selbst noch nicht erwischt hat.

Aber trotzdem - jeden Morgen so ausführlich für alle möglichen Alltäglichkeiten zu danken - das käme mir nie in den Sinn.

Was ist das überhaupt für ein Mensch, der so einen Text schreibt?

Moment, ich guck das mal im Internet nach.

Musik III.: Instrumental (Oboe und Orgel)

Autor:

Aha. Paul Gerhardt. 1607 geboren, Eltern früh gestorben, erste Lebenshälfte bestimmt vom 30-jährigen Krieg. Mit anderen Worten: endlose Feldzüge und Schlachten, Hungersnöte und Seuchen, die ganze Landstriche entvölkerten.

Hm. Vor diesem Hintergrund klingt der Text natürlich ganz anders, viel bedrängender. „Unser‘ Gut und Leiber nicht angetast‘ und grausamlich verletzet …“ Wer 30 Jahre Krieg miterlebt hat, der ist froh, wenn er unverletzt davongekommen ist. Da steckte ja tatsächlich jede Nacht - und im Grunde auch jeder Tag - voller Gefahren.

Von so einer Bedrohung machen sich heute die meisten gar keinen Begriff mehr in unserem friedlichen und sicheren Deutschland. Selbst wenn wir aufmerksam die Nachrichten aus aktuellen Kriegsgebieten verfolgen, etwa die Trümmer von Mossul sehen - das ist ja nicht dasselbe, wie wenn man das unmittelbar miterlebt. Fragen Sie mal die Flüchtlinge, die bei uns Asyl beantragen, nach der Situation in ihrem Heimatland …

Paul Gerhardt hat das alles mitgemacht und ist bewahrt worden. Und schreibt wenige Jahre nach dem Kriegsende dieses Loblied. Ich finde das faszinierend. Ich glaube, ich an seiner Stelle hätte höchstens ein paar Klagelieder verfasst. Wenn ich überhaupt Kraft zum Schreiben gefunden hätte.

Was mag ihn wohl bewogen haben zu diesem Text? Wollte er auf schönere Gedanken kommen? Sich selber Mut machen? Den Blick in eine andere Richtung lenken, um nicht zu verzweifeln?

Musik IV.: 6. Strophe (Chor)

6. O treuer Hüter, Brunnen aller Güter, ach lass doch ferner über unser Leben

bei Tag und Nacht dein Huld und Güte schweben. Lobet den Herren!

Autor:

Offenbar soll dieser Text mehr sein als eine Ablenkung von schlimmen Erlebnissen. Denn wer dankbar auf eine gute Nacht zurückblickt, der schaut auch anders auf den neuen Tag. Wenn ich mir klarmache: Es ist nicht selbstverständlich, dass ich heute aufgewacht bin, dann wird dieser Morgen, jetzt um kurz vor acht, zu etwas Wertvollem, das ich erleben darf. Dann ist auch der Tag, der gerade vor mir liegt, etwas Besonderes. Etwas, das zerbrechlich ist und bei dem viel schiefgehen kann. Das aber genau deshalb kostbar ist.

Gleichzeitig lässt sich aus diesem Rückblick auf die Bewahrung in der Nacht auch Hoffnung für die Zukunft ziehen. Wenn Gott in der letzten Zeit mein Leben und meine Lebensgrundlagen erhalten hat, dann kann ich darauf vertrauen, dass er das auch weiterhin machen wird. Oder, um es mit Paul Gerhardt zu sagen: Dass auch heute Gottes Güte über meinem Leben schweben wird. Das heißt: Aus diesem Tag kann etwas Gutes werden - nicht nur, weil ich mir etwas überlege oder schaffe, sondern weil Gott da ist. Auch dann, wenn ich den Rasen mähe, mit den Kindern streite oder meine Frau in den Arm nehme .

Musik V.: Instrumental, Bläser

Autor:

Auf diese Weise kann sich mein Blick auf das Leben total verändern. Ich werde dankbar für das, was mir mein Leben bietet. Trotz aller Einschränkungen, die mir sofort wieder einfallen, und trotz aller Dinge, die schiefgelaufen sind oder noch schieflaufen werden. Wenn mir bewusst wird, wofür ich dankbar sein kann, dann hilft mir das, mal nicht das Negative und Schwierige in den Vordergrund zu stellen, sondern das, was an meinem Leben gut ist und schön. So kann ich auch sehen, was für Möglichkeiten mir der Tag heute bietet.

Sprecherin:

Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen; hilf uns gehorsam wirken deine Werke;

und wo wir schwach sind, da gib du uns Stärke. Lobet den Herren!

Autor:

Tatsächlich ist es dann auch möglich, im Sinne Gottes zu handeln. „Sein Wort zu erfüllen“ - wie Paul Gerhardt schreibt. Das kann sich auf Gottes Gebote beziehen. Also: Keinem etwas wegnehmen, über niemanden etwas Falsches verbreiten, den anderen ihr gutes Leben gönnen und so weiter. Es kann aber auch heißen, Menschen zu helfen. Ohne dass die sich revanchieren müssen. Zum Beispiel jemanden zu besuchen, der unter einem Verlust leidet und jede Anteilnahme nötig hat. Den Schmerz mit diesem Menschen auszuhalten, ihn zu teilen und dadurch erträglicher zu machen, das kann eine echte Hilfe sein . So wirkt man tatsächlich Gottes Werke.

Aber das geht natürlich leichter, wenn ich darauf vertrauen kann: Ich muss das nicht allein aus eigner Kraft schaffen. Da, wo mir die Kraft fehlt, werde ich genug Stärke finden, um mit der Situation umzugehen. Das Richtige zu sagen oder zu schweigen. Das ist dann eine Stärke, die über das hinausgeht, was ich mir erklären kann. Die meine Dankbarkeit erneuert. Und mich verstehen lässt, wie in schweren Zeiten ein Loblied hilft.

Musik IV.: 1. Strophe (Chor)

1. Lobet den Herren alle, die ihn ehren; lasst uns mit Freuden seinem Namen singen und Preis und Dank zu seinem Altar bringen. Lobet den Herren!

Musik I.

5154274 1 10 - Lobet den Herren, alle, die ihn ehren_Wolfgang Wiemer

(Chor mit Orgel)

CD-Name: Wir vertrauen dir

Titel:Lobet den Herren alle, die ihn ehren

Text:Gerhardt, Paul

Melodie:Crüger, Johann

Chor:Laubacher Kantorei

Leitung:Goebel, Georg

Verlag:unbekannt

Label:Cantate

LC-Nr.00147

Bestellnr.656009A

Musiklänge:1:10

Musik II.

CD-Name: In dir ist Freude

Titel:Lobet den Herren alle, die ihn ehren

Text:Gerhardt, Paul

Melodie:Crüger, Johann

Chor:Rieger, Dorothea u.a. Solisten

Leitung:Wollin, Martin

Verlag:Janz Musikverlag

Label:Janz Team Music

LC-Nr.03583

Musiklänge:0:30

Musik III.

(Oboe, Orgel und Chor)

CD-Name: Mit Chorälen durch das Jahr

Titel:Lobet den Herren alle, die ihn ehren

Text:Gerhardt, Paul

Melodie:Crüger, Johann

Chor:Schulte&Gerth Studiochor

Leitung:Mann, Wilfried

Verlag:Musikverlag Klaus Gerth, Asslar

Label:Gerth Music

LC-Nr.12055

Bestellnr.939269

Musiklänge:0:51

Musik IV.

(Bach-Chor Siegen)

CD-Name: Die schönsten Choräle von Paul Gerhard

Titel:Lobet den Herren alle, die ihn ehren

Text:Gerhardt, Paul

Melodie:Crüger, Johann

Chor:Collegium Vocale Siegen

Leitung:Ulrich Stötzel

Verlag:Gerth Medien

Label:Gerth Medien

LC-Nr.13743

Bestellnr.939337

Musiklänge:0:51

Musik V.

CD-Titel:Lobet den Herren, alle, die ihn ehren – Die schönsten Lieder von

Paul Gerhardt

Titel:Lobet den Herren, alle, die ihn ehren

Text:Paul Gerhardt

Melodie:Johann Crüger

Ensemble:Westfälisches Bläserensemble

Leitung:Werner Benz

Verlag:Gerth Medien, Asslar

Label:Gerth Medien

LC-Nr.13743

Bestellnr.939017

Musiklänge:1:21

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