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Kirche in WDR 4 | 12.05.2017 | 08:55 Uhr

Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon

Guten Morgen,

heute vor 90 Jahren fand an der Berliner Börse ein Crash statt.

Der „schwarze Freitag“ ist seitdem ein Name für schlechte Zeiten, Wirtschaftskrise und Geldnot.

Bis heute wird an der Börse bilanziert und gerechnet. Steigen oder fallen die Aktien?

Wie stehen Dax oder Euro, Gewinn und Verlust. Beim Besuch der Börse in Frankfurt vor ein paar Wochen, habe ich das erlebt. An Geld und Besitz scheiden sich die Geister.

Manche denken: Geld verdirbt den Charakter. Andere sagen: Es verschafft mir Ruhe und ich kann damit Gutes tun. Das Thema Geld treibt die Menschen um, seit es den Tauschhandel gibt.

In der Bibel gibt es eine Geschichte von einem unehrlichen Verwalter.

Hier wird auch Bilanz gezogen, ein Kurswechsel eingeläutet. (Lukas 16,1-13)

Nur noch eine letzte Bilanz soll der Verwalter dem Besitzer vorlegen. Und es ist seine letzte.

Eine, die sich liest wie eine Gaunerkomödie aus der Welt des Business.

Zuerst verschleudert der Verwalter das Vermögen des Besitzers. Als seine Entlassung droht, erkennt er: „Ich muss Freundschaften schließen. Die brauche ich, wenn ich entlassen bin.“

Und er kommt auf eine Idee: Er erlässt den Schuldnern des Besitzers einen Teil dieser Schuld,

um sich bei ihnen beliebt zu machen. Ein echter Schurke.

Du sollst nicht stehlen, sagt doch die Bibel. Sich an fremdem Eigentum vergreifen, ist tabu.

Und wer es tut, muss bestraft werden.

Aber: Anderen das Leben zu erleichtern, kann wichtiger sein, als starre Pflichterfüllung.

Wie wichtig Beziehungen sind, erkennt der Verwalter als er vor dem Ruin steht.

Gehalt, Ehre, Ansehen, alles geht verloren. Das hat er begriffen. So wird er vom Manager zum Freund der kleinen Leute. Er braucht nur die Verträge zu ändern, die Abgaben zu halbieren und die Summen zu manipulieren. Die Schuldner werden sich spater gerne an ihn erinnern!

Eine Hand wäscht die andere. Das macht Freunde, stiftet Beziehung.

Darum geht es in der Geschichte, die Jesus erzählt. Nicht um Bilanzen und Gewinn, sondern darum, ob ich mit dem Geld etwas Gutes tue. Es geht um die Menschen.

So sah das auch Erzbischof Josef Kardinal Frings aus Köln.

Silvester 1946 hielt er seine Jahrespredigt. Seit Wochen war es eiskalt in Deutschland,

ein Ende des strengen Winters nicht abzusehen. Hunderttausende Menschen lebten in Ruinen, Lebensmittel waren knapp, Kohlen und andere Brennstoffe auch, die allgemeine Lage miserabel.

In seiner Predigt sagte Kardinal Frings:

„Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise,

durch seine Arbeit oder Bitten, nicht erlangen kann“. (Als die Kölner Kohlen klauten, Geschichte / Köln – 31.12.2016, katholisch.de)

Starke Worte. Und die Menschen, die Briketts oder Lebensmittel stahlen, um nicht zu erfrieren und zu verhungern, sahen sich moralisch bestärkt. Schnell kam für „Kohlenklau“ das Wort „fringsen“ auf, bis heute in Köln und im Rheinland ein gängiger Begriff.

„Du hast klug gehandelt“, lobt der Besitzer den Verwalter am Ende in der Geschichte.“

Damit mit dem Geld die Freundschaft nicht aufhort, sondern anfangt.

Es grüßt Sie, Ihre Pfarrerin Christiane Neufang aus Köln.

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