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Kirche in WDR 2 | 28.04.2015 | 05:55 Uhr

Männer

Diesen Beitrag widme ich allen Männern! Sie haben es verdient.

Am Wochenende war ich auf einer Geburtstagsparty. Nach der Begrüßung stürmten drei Frauen auf mich zu. Sie erklärten mir begeistert, wo sie sitzen. Dort hinten in Thekennähe und ich sollte unbedingt zu ihnen an den Frauentisch kommen. Die Männer würden Richtung Buffet sitzen. (Dieser Satz war ein liebevoller Hinweis für meinen Mann). Bei uns nennt man diese Sitzanordnung „Westfälische Reihe“. Frauen links, Männer rechts. Was haben die Männer an sich, dass ihre Frauen lieber getrennt von ihnen sitzen?

Bei einer wissenschaftlichen Untersuchung von Vorurteilen über Männer und Frauen fand man heraus, dass Frauen von Angehörigen beider Geschlechter positiv beschrieben werden, die Männer hingegen von beiden Geschlechtern negativ. Was ist da los? Warum blicken wir stirnrunzelnd auf das männliche Geschlecht? Frauen sind hübsch, sprachbegabt, einfühlsam, sozial, Männer sind aber sagen wir mal - nur „geht so“??? Immer wieder müssen sie als Buhmänner herhalten, sogar für unser Gewicht. Letzten Monat titelte eine Frauenzeitschrift „Wie Männer uns dick machen!“.

Männer werden nicht so alt wie Frauen, bringen sich häufiger um, leiden mehr unter Arbeitsstress, sind Infarktanfälliger und haben einen schwierigen Zugang zu ihren Gefühlen. Männer sind zwar an der Spitze häufiger vertreten als Frauen, aber sie sind auch am Ende der Fahnenstange überrepräsentiert. Sie bilden die überwältigende Mehrheit in der Gruppe der Wohnungslosen und Suchtkranken. Sie üben die dreckigsten und gefährlichsten Berufe aus. Sie retten aus Feuer, Lawinen, aus Katastrophen und kommen dabei um. Bei den letzten großen Rettungsaktionen wie in New York am 11. September 2001 starben nur Männer.

Wir erwarten viel von diesem Geschlecht. Es soll feinfühlig sein, liebevoll und zart im Umgang mit Kindern, aber gleichzeitig durchsetzungsstark und die finanzielle Verantwortung tragen. Den Haushalt zur Hälfte erledigen und für die Kinder da sein, aber am besten auch ein dickes Jahreseinkommen nach Hause bringen.

Vor 200 Jahren schneiderte man das Rollenkorsett, was die Jungs noch heute quält. Fürs Militär und für die Industrie wurden sie zugerichtet, verbunden mit früher Gewalterfahrung, Abhärtung und Gefühlsferne. Es ging darum, Jungs als Menschenmaterial brauchbar zu machen. Ihr Markenzeichen sollte Härte, Schweigsamkeit und Duldsamkeit sein. Die letzten Vätergenerationen haben dem männlichen Geschlecht hart zugesetzt. Töten und Sterben fürs Vaterland stand zweimal auf dem Programm, das Wilhelminische Erziehungsideal hatte ihnen schon zuvor hart zugesetzt.

Sich frei entwickeln zu können und gesellschaftliche Anerkennung für die persönliche Gestaltung der männlichen Rolle zu bekommen, wäre ein Traum, auch für mich als Mutter von drei Söhnen. „Warmduscher“ und „Weicheier“ sollten ihre Wirkung als Schimpfwort verlieren. Lassen wir sie raus aus den alten Mustern, raus ins Freie.

Denn Gott schuf den Menschen als Mann und Frau und er fand, dass er es gut gemacht hatte (1. Mose 1,27) Gott schütze die Männer - und uns Frauen und unseren Umgang miteinander. Erwarten wir nicht alles voneinander, aber trauen wir uns - im Positiven - alles zu. Seien wir weniger Frau oder Mann, seien wir einfach mehr liebevolle Menschen.

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