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Kirche in WDR 2 | 15.05.2014 | 05:55 Uhr

Margot Käßmann und die Kirche

O-Ton: Ich bin auch traurig, dass so viele Menschen die Kirche verlassen. Das tut doch schon weh. Du musst doch fragen, wo habe ich Halt, wo gehöre ich hin. Und dann immer zu sagen: Die Kirche ist schuld, weil sie nicht so ist, wie ich sie mir vorstelle, ist sehr unevangelisch, weil evangelisch heißt nicht: Der Bischof ist Kirche oder die Pfarrerin ist Kirche, sondern wir sind Kirche. Jeder kann mitgestalten. Ja, dann verändert doch was.

Autorin: Sie wirkt müde und abgekämpft. Margot Käßmann – die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Heute ist sie Botschafterin des Reformationsjubiläums. Etwas das sich schwer vermitteln lässt. Es geht - grob gesagt – um die Entstehung der evangelischen Kirche vor 500 Jahren. Und auch um Martin Luther als den bekanntesten Reformator.

O-Ton: Das zentrale Anliegen der Reformation ist für mich die Freiheit des Einzelgewissens. Du darfst denken, du sollst sogar fragen, mach dir selbst ein Bild und handele dann nach deinem Gewissen. Wenn du frei denken darfst, dann kannst du etwas verändern und kannst für deine Überzeugungen einstehen.

Autorin: Margot Käßmann hat dies mit der ihr eigenen Zähigkeit, Tüchtigkeit und Tapferkeit getan: Als Chefin des Kirchentags, Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche und Ratsvorsitzende der EKD. Heute tut sie es als Botschafterin des Reformationsjubiläums mit Sitz in Berlin. Sie kämpft für die Lebendigkeit ihrer Kirche wie eine Überlebende:

O-Ton: Mich stört manchmal, dass so getan wird, als müsste die Kirche wie ein Wirtschaftsunternehmen Reklame machen, sich besser aufstellen, damit mehr Menschen kommen. Das ist doch nicht das Ziel, dass ich jetzt sage: Ich spiele den Hampelmann, dass die Kirche voll wird, sondern da müssen doch schon Menschen innerlich bewegt sein und sagen: Dass ist für mich, für meine Seele, für mein Leben wichtig und entscheidend. Darum geht es doch.

Autorin: Um das zu erleben, muss man Kirche erleben. Lebendige Gottesdienste, wo man das Gefühl hat, es geht auch um mich, es geht auch um mein Leben. Margot Käßmann ist jemand, dem dies gelingt. Sie schafft es, Menschen dieses Gefühl zu vermitteln. Bei allem Understatement, zu dem sie neigt: Sie ist ein Popstar, zu dem Hunderte und Tausende strömen. Nicht nur in Deutschland. Auch in den USA.

O-Ton: Was für mich immer wichtig ist, dass dieser biblische Text und das Leben der Menschen in einen Dialog kommen. Dass die Menschen sehen, das hat mit mir zu tun. Das geht um mein Leben.

Autorin: Vergessen kann man es nicht, vergessen tut es keiner. Den Grund, warum Margot Käßmann von all ihren Ämtern zurück getreten ist. Es war der Alkohol am Steuer. Auch wenn man sie halten wollte, sie wollte es nicht. Ihren Rücktritt hat sie mit Bravour gemeistert: Mit Gott an ihrer Seite:

O-Ton: Ich denke, der Rücktritt und dieser Satz: Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand, das hat viele berührt. Da haben mir viele, viele Menschen ja auch geschrieben, für sie in eigenen Krisensituationen, dass das ermutigend ist, zu sagen: Da gibt es Krisen im Leben, aber trotzdem bist du von Gott gehalten.

Autorin: Wer so glauben kann wie Margot Käßmann, kann sich aufmachen, so etwas ganz Großem, was er sich normalerweise nicht trauen würde. Bei Margot Käßmann hat es funktioniert: Sie ist heute die beliebteste Botschafterin der evangelischen Kirche in Deutschland.

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