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Kirche in WDR 3 | 15.08.2015 | 07:50 Uhr

Maria

Guten Morgen!

Heute ist für katholische Christen das Hochfest „Mariä Himmelfahrt“, ganz korrekt heißt es: Das Fest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. In Süddeutschland und in manchen Ländern Europas ist es sogar staatlicher Feiertag, also kann es so unwichtig und auch so altbacken und verstaubt gar nicht sein. Gefeiert wird vordergründig zunächst schlicht der Tod der Gottesmutter, die nach katholischem Glauben unmittelbar nach dem Tod mit Leib und Seele in den Himmel, also in die ewige Wirklichkeit Gottes aufgenommen wurde. Das ist natürlich zunächst ein Bild oder ein Gleichnis: Ausgedrückt werden soll, dass Maria ein solch einzigartiger Mensch war, dass sie am Ende ihres irdischen Lebens vollkommen bereit war für die Ewigkeit, vollkommen vorbereitet war für Gott und das ewige Leben.

Das freilich ist ein Gedanke, der vielleicht etwas fremd ist, aber – davon bin ich überzeugt – alle Menschen angeht und betrifft: Wenn es um die Aufnahme Mariens in den Himmel geht, dann heißt das: Nichts im Leben ist umsonst und nichts ist vergeblich. Es heißt aber auch: Nichts bleibt freilich ohne Folgen. Und es gibt Narben an der Seele und am Leib, und sie erzählen noch nach Jahren von Wunden und Verletzungen und Misshandlungen. Aber am Ende – und darauf gilt es zu vertrauen – wird Gott alle Wunden heilen durch ein Übermaß an Liebe. Denn das heißt ja übersetzt Gott, das maßlose Übermaß an vollkommener Liebe.

Das Fest Mariä Himmelfahrt erinnert aber auch noch an einen zweiten Gedanken, der elementar zum christlichen Glauben gehört:

Jeder Mensch hat ja seine eigene Geschichte. Die ist auch voller Irrungen und Wirrungen. Und jeder Mensch hat auch ein Recht auf eine Geschichte von Umwegen und Abwegen und Irrwegen. Zu dieser Lebensgeschichte gehört auch, dass die größten Erkenntnisse im Leben sich in kleinen und fast unscheinbaren Momenten vorbereiten und ankündigen und dass der Mensch Kraft und Zeit und Geduld sich nehmen muss, dieser eigenen Lebensgeschichte und auch der anderer Menschen nachzugehen. Dazu gehören nicht nur das Nachdenken sondern auch Gefühle wie Hadern, Zorn, und die Tat der Versöhnung mit sich selbst, dem Nächsten und Gott.

An Maria kann man das alles sehr schön sehen. Interessanterweise hat auch Martin Luther es deutlich betont in seiner schönen Auslegung zum „Magnificat“, dem Lobgesang Mariens: Maria lernt im Laufe ihres Lebens und sie wächst und entwickelt sich und ist nicht einfach von Anfang an schon fertig. Gerade das zeigt sich im Evangelium in den Momenten der Verwunderung oder der Verwirrung oder der Verblüffung bei Maria; berühmt und eindrucksvoll ist da zum Beispiel ihr Vorwurf an den zwölfjährigen Jesus im Tempel, den sie mit Joseph zusammen voll Angst drei Tage vergeblich gesucht hatte: „Kind, wie konntest Du uns das antun?“ Spricht so nicht eine besorgte Mutter, spricht so nicht ein gefühlvoller Mensch? Viel, ja sehr viel, nein alles hat Maria lernen müssen von dem Augenblick an, als sie dem Engel ihr Ja-Wort zur Menschwerdung Gottes gab.

Wenn Gott in meinem Leben Mensch werden soll und Gestalt gewinnen soll, dann muss ich bereit sein zu lernen und geduldig zu sein und ich muss um langen Atem kämpfen und bitten – wie Maria.

Menschen, die sich zugleich auf Gott und auf andere Menschen einlassen und ihnen vertrauen und Treue und Zuwendung versprechen, denen ist – wie Maria – die Aufnahme in den Himmel verheißen. Menschen, die vertrauen, dass nichts umsonst ist, was aus wirklicher Liebe geschieht – ihnen gehört der Himmel.

Davon bin ich überzeugt. Aus Paderborn grüßt Sie Monsignore Peter Schallenberg

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