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Kirche in WDR 2 | 19.01.2018 | 05:55 Uhr

mein Grundeinkommen

„Ich habe geheult vor Erleichterung“, sagt Nina. Als die email kam, dass sie gewonnen habe. . Die Studentin war nämlich schwanger, ungeplant, und ihr Freund ohne Job. Ausgerechnet jetzt - ein Semester vor dem Abschluss. „Ich habe immer nur gedacht: Ich brauche ein Wunder“.. Und dann, sechs Wochen nach der Geburt ihres Sohnes, geschah es. Sie gewann bei der Aktion „mein Grundeinkommen.“ Tausend Euro im Monat für ein ganzes Jahr – für 12 Monate! Ohne Bedingungen, ohne Haken, einfach so. 12 Wochen später fand sie eine etwas größere Wohnung und zog mit ihrem Partner zusammen. Er kümmerte sich um den kleinen Joel und sie schloss ihr Studium ab. Entwickelte eine Homepage und einen Businessplan und machte sich als Innenarchitektin selbständig. Die ersten Aufträge gingen ein. „Kurz vor der letzten Zahlung waren die Ängste wieder da“, sagt sie, aber die beiden kommen über die Runden.

Der Verein „Mein Grundeinkommen“ will solche Geschichten möglich machen. Rund 82.000 Menschen haben bisher 130 Grundeinkommen finanziert (1). Man kann spenden oder an der Verlosung für ein Grundeinkommen teilnehmen.

Die Frage ist: Sollte es tatsächlich in Deutschland ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle geben? Ohne dass aufwändig geprüft wird, wie bedürftig jemand ist. Ein Grundeinkommen als Grundsicherheit. In Finnland wird ein solches Modell bereits seit einem Jahr getestet. 2000 Menschen nehmen teil. Schon jetzt ist klar: Das Grundeinkommen macht die Beteiligten frei. Sie sind weniger gestresst als früher, haben mehr Zeit, um Geschäftsideen zu verfolgen und mehr Lust, sich einen neuen Job zu suchen, der wirklich passt.

Die Studentin Nina brauchte ein Wunder. Viele biblische Geschichten erzählen von Wundern, die eine soziale Botschaft haben. 5000 Menschen werden satt, obwohl die meisten erst Angst haben, dass es nicht reicht. Die Fischer am See haben die ganze Nacht nichts gefangen und mittags sind die Netze voll. Ein Weinbergbesitzer stellt morgens, mittags, nachmittags und abends immer neue Tagelöhner ein – und am Ende bekommen alle den gleichen Lohn für einen Tag. Geschichten, die zeigen, jeder ist gleich viel wert und hat die gleichen Grundbedürfnisse.

Die Idee eines Grundeinkommens finde ich faszinierend. Klar, man muss herausfinden, welcher Betrag sinnvoll ist, was es kosten wird, wie die bisherigen Sozialsysteme entlastet würden. Viel Arbeit für die Experten. Aber die Idee, dass alle ein Grundeinkommen beziehen, ganz einfach weil sie Menschen sind und Grundbedürfnisse haben, die sollten wir unbedingt weiter verfolgen.

(1) Stand 17.12.2017, vgl. www.mein-grundeinkommen.de

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