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Hörmal | 25.10.2015 | 07:45 Uhr

Mission Possible

Vor ein paar Wochen habe ich ihn noch einmal getroffen: Bruder Rudolf von den Afrikamissionaren, oder den „Weißen Vätern“, wie sie früher genannt wurden. Vieles war anders, als ich ihn besuchte: Deutschland statt Ghana. Altersheim statt Missionsstation. Und Bruder Rudolf war auch ein Anderer. Sein Gedächtnis schwindet. Das ist die Demenz, die ihn zwang, nach Deutschland zurückzukehren.

Ob er mich noch erkannt hat? Ich weiß es nicht. Dabei verbindet uns eine über 20 Jahre alte Freundschaft und die begann nicht in Deutschland, sondern in …, Ghana, Westafrika. Damals habe ich den heute 83-Jährigen dort kennen gelernt als einen, der zupackt. Als junger Mann war Rudolf nach seiner Metzgerlehre in den Orden der „Weißen Väter“ eingetreten und war als Missionar nach Afrika gegangen.

Heute muss ich wieder an Bruder Rudolf denken, denn heute feiert die katholische Kirche den Weltmissionssonntag. Beim Begriff „Mission“ zucken viele vielleicht zusammen und denken an Glaubensbevormundung und Zwangsmissionierung durch die Kirche.

Aber wie gesagt: Ich denke heute vor allem an Bruder Rudolf und an seine Art, wie er sich als Missionar verstanden hat. Er ist in seinen vielen Jahren in Afrika nicht herumgelaufen und hat Bibeln verteilt oder hat Leuten seinen Glauben aufgezwungen. Was er gemacht hat, was er als seinen Auftrag sah, eben als seine Mission, das war handfest: Bruder Rudolf hat zugepackt, hat Schulen gebaut, Brunnen gebohrt und eine Lehrwerkstatt eröffnet, die heute eine Berufsschule ist. Mission als soziales Handeln.

Als ich ihn vor kurzem besuchte, habe ich ihm Fotos gezeigt von seinen Projekten. Und auch, wenn er mich vielleicht nicht erkannt hat: Als er die Bilder sah, hat er gelächelt – als ob er zufrieden sei.

Einmal, das war noch in Ghana, habe ich Bruder Rudolf gefragt, ob sich der ganze Einsatz eigentlich lohne, ob diese Art der Mission etwas bringe. Denn es nimmt doch irgendwie kein Ende mit der Not, dem Wassermangel, dem Hunger, der mangelnden Bildung usw. usw. und zwar nicht nur in Ghana. Das ist doch eine „mission impossible“, eine „unmögliche Mission“. Bis heute hungern weltweit 800 Millionen Menschen also zehn Mal so viele Menschen wie Deutschland Bürger zählt. Was kann da Mission als soziales Handeln bewirken?

Damals, als ich Bruder Rudolf eben danach fragte, sagte er: „Jedem Menschen, dem wir hier in Ghana eine Ausbildung ermöglichen, ist einer weniger, der vielleicht sonst nach Europa fliehen würde.“ Was Bruder Rudolf damals gesagt hat, das geht mir heute nicht mehr aus dem Kopf angesichts des unermesslichen Flüchtlingsdramas.

Vielleicht ist das eine unmögliche Mission: Vor Ort konkret zu helfen, wo die Not ist, damit Menschen in ihrer Heimat in Würde leben können. Vielleicht lassen sich damit nicht die komplizierten Weltverhältnisse lösen – und auch nicht die Religionskonflikte. Aber es liegt doch auch an mir, ob es nicht doch eine „mission possible“ gibt, eine „mögliche Mission“, um weltweit zu helfen, damit Menschen in ihrer Heimat in Würde leben können.

Copyright Vorschaubild: Pater Dr. Philipp E. Reichling OPraem

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