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Kirche in WDR 3 | 03.02.2014 | 07:50 Uhr

Mit dem Herzen sehen lernen

Guten Morgen, liebe Hörerin, guten Morgen, lieber Hörer,

man sieht nur mit dem Herzen gut, heißt es beim kleinen Prinzen. Einer, der das am eigenen Leib erfahren hat, ist Star-Dirigent Daniel aus dem Film „Wie im Himmel“. Nach einem Herzinfarkt kehrt er in den kleinen nordschwedischen Ort zurück, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Kaum einer kann sich mehr an ihn erinnern. Immer war er ein Außenseiter gewesen. Ein Eigenbrötler, wie er im Buche steht. Und auch jetzt will er seine Ruhe haben und von den Dorfbewohnern in Ruhe gelassen werden. Deshalb übernimmt er nur widerwillig die Leitung des kleinen Kirchenchores, der mehr schlecht als schön singt. Aber Daniel nimmt die ganz unterschiedlichen Menschen im Chor ernst, findet ihre ganz persönlichen Stärken heraus und fördert sie. Die schiefen Töne kann er nicht ab, aber er weiß, dass in den Frauen und Männern ungeahnte Stärken und Fähigkeiten stecken. Dafür offen, begegnet er ihnen. Und das verändert nicht nur das Leben der Chormitglieder.

Auf einmal ist in dem gesamten kleinen verschneiten und verschlafenen Dorf zu spüren, dass das Leben viel mehr bereit hält als Bekanntes und Vertrautes. Manche Beziehung gerät dadurch in eine notwendige Krise. Schweigsame und Schüchterne haben auf einmal Mut, sich gegen Ungerechtigkeit und Gewalt zu wehren.

Und Daniel selbst erlebt, wie schön und bereichernd es sein kann, mit anderen Menschen zusammen zu sein und gemeinsam etwas zu erleben.

Viele, die ich kenne, mögen diesen Film genauso sehr wie ich. Weil er so schön ins Bild bringt, dass Fehler und Schwächen zu unserem Leben gehören. Und dass in jedem von uns etwas steckt, das ans Licht gehoben werden will. Leise und zarte Töne sind es, die uns etwas über einen Menschen erzählen. Auch wenn diese Lebensmelodie noch ganz verborgen und schwer zu hören ist.

Ich stelle mir vor: So wie der Dirigent ist auch Jesus den Menschen begegnet. Er hat nicht zuerst danach geschaut, was nicht in Ordnung ist, sondern er hat in jedem Menschen zuerst das Gute entdecken können. Und in seiner Nähe haben die Menschen den Mut bekommen, zu sich selber zu stehen statt den Erwartungen der anderen hinterherzulaufen. Für Jesus ist nicht wichtig gewesen, was ein Mensch kann oder was ein Mensch darstellt. Für Jesus ist wichtig, dass ich mein Herz auf dem richtigen Fleck habe. Und dass ich damit die Menschen um mich herum auch mit anderen Augen sehen lerne. Vielleicht entdecke ich ja in dem streitlustigen Nachbarn einen zärtlichen Vater. Oder ich ziehe mal nicht mit den anderen über die immer nörgelnde Kollegin her, sondern interessiere mich für die Geschichte hinter der harten, scheinbar herzlosen Fassade. Und bin überrascht, wenn sie uns ein Lächeln schenkt.

Der Film „Wie im Himmel“ hat mir gezeigt, dass nichts so bleiben muss, wie es ist. Menschen können sich ändern, können ihre eigene Lebensmelodie finden. Es braucht jemanden, der ihnen zeigt: Deine Stimme ist wichtig. Jemanden, der nicht nur oberflächlich hinschaut oder hinhört. Sondern den Anderen mit dem Herzen begegnet. Solche Begegnungen wünscht Ihnen heute Pfarrer Sven Dreiser aus Lövenich-Erkelenz.

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