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Kirche in WDR 2 | 02.07.2015 | 05:55 Uhr

Mit den Waffen dieser Frau

Judit aus der Bibel? Sollten sie kennen! Denn Judit kannte die Waffen einer Frau und wusste, wie sie Macho-Männer in ihre Schranken weist. Und der größte Macho verlor darauf den Kopf – und das ist ganz wörtlich zu verstehen.

Das biblische Buch Judit berichtet nämlich davon, wie das kleine Dorf Betulia von einer großen Heeresmacht überrannt werden soll und sich niemand mehr traut, den Feinden Paroli zu bieten. Die Belagerung geht zu Ende und das Schicksal des Dorfes scheint besiegelt, da regt sich Widerstand in der schönen Witwe Judit. Sie kann nicht glauben, dass Gott es zulässt, dass ihr Dorf von den Feinden ausgelöscht wird. Judit hat mehr Gottvertrauen, als alle Männer ihres Dorfes zusammen – und ist dabei auch ziemlich clever. Und so wechselt sie ins Lager der Feinde über, um sich als Spionin anzubieten. Der grausame Feldherr Holofernes schenkt ihr Glauben und feiert mit ihr ein Gelage, in dessen Verlauf er Judit in sein Bett bekommen möchte, typisch Macho eben. Judit aber füllt ihn dermaßen ab, dass er nur noch schlaff auf seinem Bett liegt. Und sie schlägt ihm mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab. Den Rest kann man sich ausmalen. Am nächsten Morgen bekommen die Feinde Panik und fliehen und Judits Dorf ist gerettet.

War das nett von Judit? Nein! War es wichtig fürs Überleben des ganzen Dorfes? Aber sicher. Klassische David-gegen-Goliath-Geschichte. Eigentlich ohne jede Chance fasst sich eine ein Herz, stellt sich mit den paar Waffen, die sie hat, gegen die Legionen des bösen Feindes – und gewinnt. Wobei: Die Waffen, die Judit mit sich bringt, die haben es in sich.

Da ist zuerst ihr Gottvertrauen. Eine Waffe? Aber absolut. Es ist die feste Gewissheit, dass sie das Richtige tut. Tyrannenmord ist vielleicht die größte Herausforderung für jedes Gewissen. Hätte sie da nicht ihren inneren Kompass gehabt, hätte sie gleich zu Hause bleiben können. Die zweite Waffe ist ihr Klugheit, ein schlauer Plan: Was braucht dieser Holofernes, was ich habe, damit er sich noch mächtiger fühlen kann? Und was bringt mich gleichzeitig in die Position, in der ich vielleicht etwas ändern kann? Sonst bin ich ja nicht beim Spiel dabei.

Die dritte Waffe schließlich ist, vielleicht etwas klischeehaft, dass Judit um ihre Reize weiß. Nicht umsonst wird sie in der Bibel als sehr schön beschrieben. In seiner Gier auf Judit aber verliert Holofernes jede Vorsicht, hält sich für unwiderstehtlich. Diese Gier lässt ihn nicht nur sprichwörtlich den Kopf verlieren.

Die Bibel ist voll von solchen Geschichten, in denen die Kleinen die Mächtigen zu Fall bringen, weil sie einfach die entscheidend besseren Waffen haben, wie hier die Waffen einer Frau. Wie klein und unbedeutend man auch sein mag: Niemals ist man machtlos. Und der Anfang liegt immer im Gottvertrauen: der Gewissheit, dass man das Richtige tut.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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