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Kirche in WDR 2 | 07.03.2015 | 05:55 Uhr

Mit der Zeit

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“

Stand da. Auf den unteren Teil der Milchglasscheibe eingraviert. In der Krankenhauskirche. Na ja. Immerhin konnte er das jetzt schon wieder lesen. Konnte er überhaupt - da sein.

Jähes Ende einer Radtour. Ohne Helm. – Hinterher ist man immer schlauer.

Wenn es denn ein „Hinterher“ gibt. Und dann ist da noch die Frage, was für ein Leben danach wartet.

Dass Verletzungen des Hirns, dieses gut geschützten Organs, in dem Körper, Seele und Geist so vertraut und doch beengt miteinander wohnen, wenig witzig sind und auch selten unter die Rubrik „Zähne zusammenbeißen“ fallen, ist meistens bekannt.

Dass der Weg zurück in das alte, neue Leben lang, manchmal sehr lang, sein kann, weniger. Der Unfall Michael Schuhmachers und sein Weg fällt einem dazu ein. Der Weg, den er fernab von der Öffentlichkeit geht. Der offensichtlich so mühsam und beladen ist, dass er nicht Kamera tauglich ist.

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken,“ sagt Jesus. Mein Freund – der mit dem Fahrradunfall - sagt mir, er sei dankbar, dass nicht mehr passiert sei, dass so schnell Hilfe da gewesen sei und vor allen Dingen, dass alles wieder gut werde. Mit der Zeit.

Halleluja, rief ich. Das ist doch wohl das Beste, was passieren kann. Ja, stimmt, meinte er. Das sei schon so. Bei so viel Schutz und Bewahrung, könne auch er Halleluja rufen.

Nur, zur ganzen Wahrheit gehöre eben auch das : „so ein Scheiß, warum jetzt ich?“ Und die kluge Antwort: „warum ich nicht“, helfe dann auch nicht weiter. Und dann die Ungeduld. Das das nicht schneller geht mit der Heilung.

Im Krankenhaus seien viele freundliche, verständnisvolle Behandler. Profis, die Erfahrung hätten mit Menschen, die von jetzt auf gleich nicht mehr die Alten sind, die von jetzt auf gleich nicht mehr richtig gucken können, nicht mehr gehen, nicht mehr sprechen, sich nicht mehr erinnern. Die eingeschränkt sind, wie es so schön heißt. Vorübergehend. Für immer, wer weiß das schon so genau, kurz nach dem Unfall.

„Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Erquicken. Erholen. Erfrischen. Erfüllen.

Oder vielleicht einfach eine Nummer kleiner: durchatmen lassen.

Was ich nicht zusammenkriege: Dankbarkeit und Ärger; Freude und Angst, Glück und Schmerz; hat Platz bei Jesus. Ich habe Platz bei Jesus. So wie es ist, so wie ich bin. Jetzt bin. In diesem Moment.

„Kommt her zu mir alle. Die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“

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