#
Aktuelles

Beiträge auf wdr2 

evangelisch

Kirche in WDR 2 | 10.01.2015 | 05:55 Uhr

Mit Stift und Tinte gegen Terror

Buntstifte gegen den Terror. Kerzen gegen den Tod. Schweigeminuten. Beileidsbekundungen. Blumen liegen neben Fotos von den zwölf Menschen, die bei dem Anschlag auf das Satiremagazin „Charlie Hebdo“ mitten in Paris brutal getötet wurden. Eine Schülerin sitzt da im Regen in der Hocke und schreibt immer wieder einen Satz in ihr Schulheft: „Tinte muss fließen und kein Blut.“ (1)

In diesem Sinn haben viele Karikaturisten aus aller Welt mit Zeichnungen auf den Anschlag reagiert. Wir lassen uns nicht mundtot machen! ist die Botschaft. Eine Karikatur (Lucille Clerc) zeigt oben einen roten Bleistift. (2) Darüber steht: yesterday. Gestern. Darunter der gleiche Bleistift – in der Mitte durchgebrochen. Today. Heute. Und darunter noch einmal der gleiche zerborstene Bleistift: Der hat an der Bruchstelle jetzt eine neue Spitze. Mit doppelter Kraft kann hier weiter gezeichnet werden.

Ein Bild, das trotzig und kraftvoll zugleich ist. Das Ziel ist klar: Angst und Schweigen dürfen uns nicht beherrschen. Misstrauen und Abschottung gegeneinander - sie vergiften unser Zusammenleben. Am Ende dieser Woche ist uns der islamistische Terror noch ein Stück näher gerückt. Und die Reaktionen von Pegida, Teilen der AfD und der rechten Front National in Frankreich sind auf Spaltung und Vergeltung aus. Und wir alle haben jetzt eine Chance.

Wir – damit meine ich Juden, Christen, Muslime, Menschen ohne Religion oder anderer Religionen – können zusammenstehen – gegen Terror jeder Art. Im Zeichen dessen, was uns verbindet: eine Kultur, in der wir friedlich miteinander aushandeln, welche Werte uns leiten und wie wir leben wollen: Demokratie. In der wir frei heraus sagen können, was wir denken und diese Meinung auch ändern können. In der wir lernen, mit Menschen zusammenzuleben, die ganz anders denken und fühlen. Keine und keiner kann sich selbst zum Maßstab machen – oder gar zum Rächer Gottes aufspielen.

„Wir haben den Propheten gerächt“ sollen die Terroristen gerufen haben und „Allah ist groß“. Im Namen Gottes haben auch Christen Fürchterliches angerichtet, christliche Herrscher und Kleriker haben sich Gott gleich gesetzt. Doch in der Bibel lese ich beim Apostel Paulus: „Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; ... Vielmehr, `wenn deinen Feind hungert, gib ihm zu essen; dürstet ihn, gib ihm zu trinken.`(Sprüche 25,21-22). Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Römer 12,19ff)

( 1) Place de la République – Schülerin Jeanne schreibt einen Satz in ihr Schulheft. Sie will es ganz vollschreiben damit. „Tinte muss fließen und kein Blut. Menschen sind gestorben aber die Meinungsfreiheit ist nicht tot.“ Aus: Beitrag im Brennpunkt ARD 08.01.2015 http://mediathek.daserste.de/Brennpunkt/Nach-dem-Anschlag-Jagd-auf-die-T%C3%A4ter/Das-Erste/Video?documentId=25743634&topRessort=tv&bcastId=1082266

( 2) http://www.buzzfeed.com/ryanhatesthis/heartbreaking-cartoons-from-artists-in-response-to-the-ch#.yb4vBEQpW: Lucille Clerc

evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen