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Kirche in WDR 5 | 20.11.2014 | 06:55 Uhr

Müde und matte Jungs

Dreimal höhere Selbstmordrate bei Männern, Zweidrittel aller Sonder- und Förderschüler sind männlich, 75% aller Obdachlosen sind Männer, an den Folgen von Alkoholismus sterben jährlich dreimal so viele Männer wie Frauen, männliche Totalverweigerer sind eine neue gesellschaftlich-relevante Schicht! Die Krise des Mannes ist am unteren wie am oberen Ende der Gesellschaft zu besichtigen. Es gab schon bessere Zeiten für das Mannsein.1 Guten Morgen, aufwachen, liebe Männer - und natürlich auch Sie, liebe Frauen!

Das Problem des 21. Jahrhunderts sind die gefühlskalten Männer und die ungebildeten Jungen. So sagtdas Gilles Duhem, Politologe und Volkswirt aus Berlin. Dabei sei es unerheblich, ob sie eingewandert oder hier geboren sind. Wer noch nicht bemerkt hat, dass die Jungs in Sachen Bildung immer weniger mitkommen, der sollte mal in die Schulen gehen. Jungs lassen sich viel schneller fallen als Mädchen.Für die Jungs ist das Problem, dass zu wenig Männer sie mit erziehen. Das ist fatal. Jungs kommen in die Schule und haben noch nie ein Bilderbuch angeschaut. Erzieherinnen in den Kitas verzweifeln, wie wenig gerade Jungs von zu Hause aus mitbringen. Ich singe regelmäßig mit den Kindern in der Kita. Aber immer weniger Kinder, vor allem die Jungen, können einen Ton ansatzweise übernehmen. Wie soll das alles gehen? Die Folge: Die Jungs katapultieren sich schnell ins Aus. Sie suchen sich Vorbilder in Actionfilmen und kalten Ballerspielen am Rechner.

Und die Männer? Natürlich stehen Männer immer noch mehrheitlich an der Spitze der Gesellschaft. Aber sind diese zweifellos gebildeten Männer wirklich glücklich? Sie sind oft kalt und überwiegend materiell eingestellt. Irgendwann merken sie, dass ihr Leben auch ins Aus geraten kann. Dass der Glaube, alles müsse schnell und perfekt gehen, nur im Stress und Burnout und damit in tiefer Depression enden kann. Scheitern ist kein männlicher Name!Das dagegen ist doch männlich: Durchhalten, tapfer sein, nicht nachlassen. Und nun der Scherbenhaufen! Um in der modernen Gesellschaft zu überleben und glücklich zu sein, bedarf es nicht mehr des Jagens, des Sammelns, des Kämpfens, also nach außen gerichteten Tuns. Es bedarf heute eines Innenlebens. Da zählen gute Kommunikation, Gespräche mit Kindern, Ehefrauen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das können gefühlskalteMänner kaum. Deshalb unser Problem mit den Männern!

Doch ist das wirklich so neu? Schon in biblischer Zeitgab es ein große gesellschaftliche Krise: das Volk Israel war ins Exil verbannt, nach Babylon. Wer sollte sie zurückführen? Da trat der Prophet auf Namens Jesaja und er sprach mit Gottes Vollmacht, sagt die Bibel. Jesaja beobachtete: „Die Jungen werden müde und matt, junge Männer stolpern und stürzen.“2 Was er sagen wollte: Ohne körperlich starke und zugleich gefühlvolle Männer, ohne eine gebildete nächste Generation wird das Volk nicht in die Heimat zurück finden können. Die Antwort, das Angebot, die Einladung des Propheten gilt noch heute: Spendet wieder Trost! Unterstützt euch untereinander! Bildet die jungen und die alten Männer! Den Trost, die Kraft, die ihr braucht, bekommt ihr von Jahwe, von Gott. Er macht die müden Männer munter. Also: Neue Männer braucht das Land: Kommunikativ, gebildet und innerlich! - Dafür plädiert Ihr Pfarrer André Müller aus Gladbeck.

1) Vgl. dazu insgesamt: Elisabeth Rether und Tanja Stelzer, in: Die Zeit 2/2014.

2) Jes 40,30.

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