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Kirche in WDR 4 | 30.12.2015 | 08:55 Uhr

Mut und Vertrauen

Guten Morgen!

Im Sommerurlaub war ich im Allgäu und dabei auf dem Mittagsberg bei Immenstadt. Bei strahlendem Himmel war starker Betrieb auf dem Gipfel. Ein großer Teil der Menschen waren Sportler, die mit ihren Gleitschirmen das gute Wetter zum Fliegen nutzten. Ich fand es sehr spannend zuzuschauen, wie sie kurz vor der Absprungkante ihren Schirm auf dem Boden ausbreiteten, die Schnüre sortierten, die Windverhältnisse beobachteten, um dann im rechten Moment den Schirm hochzureißen und mit zwei drei Schritten über den Rand liefen und in die Tiefe stürzten. Jedes Mal ein Augenblick, bei den ich die Luft anhielt: Trägt der Schirm? Nimmt der Luftstrom den Flieger auf? Schafft er es, ohne die Baumwipfel zu berühren? Manche machten einen Tandem-Sprung und ich merkte, wie aufgeregt diese Leute waren, die vielleicht das erste Mal einen Flug wagten. Aber auch den erfahrenen Gleitschirmfliegern sah ich an, dass diese letzten Schritte vor dem Absprung besonders aufregend sind. Was es hier braucht? Mut und Vertrauen.

Für mich sind diese letzten beiden Tage des alten Jahres auch so etwas wie diese Schritte zum Absprung beim Paragleiten.

Was wird das neue Jahr bringen? Welche Aufgaben oder schönen Momente erwarten mich, welcher Mensch tritt neu in mein Leben oder wen werde ich verlieren, durch Tod oder neue Lebensumstände? Es kommt mir wirklich so vor, als stünde ich wie beim Paragleiten kurz vor der Kante. Und dann kommt der Blick in die Tiefe, den Abgrund, der mich schaudern lässt. Auf einmal fällt mir ein, was alles passieren könnte, wenn der Absprung schief geht, wenn das neue Jahr verheerend wird. Bedenken tauchen auf. Was braucht es dann? Mut und Vertrauen, wie bei den Gleitschirmfliegern.

Es stimmt doch: Nur mit einer Portion Mut kann Leben sich weiter entwickeln. Ohne Risiko bleibe ich stehen und manche Möglichkeiten in meinem Leben haben keine Chance Wirklichkeit zu werden. Also: Mut zum Absprung, denn wer nicht abspringt, wird den Flug nie genießen können. Mut ist wichtig, damit Leben sich entfalten kann.

Und neben allem Mut braucht es auch Vertrauen. Zunächst vielleicht in die eigenen Fähigkeiten, Selbstvertrauen. So wie die Flieger in ihr Wissen um Luftströme, Ausrüstung und eigenes Verhalten. Aber es braucht noch ein anderes Vertrauen. Ein Grundvertrauen, dass die Luft auch trägt. Für mich ist das in meinem Leben mit dem Absprung ins neue Jahr Gottvertrauen. Mit den Worten des Propheten Jesaja in der Bibel formuliert klingt Gottvertrauen so:

Fürchte dich nicht, denn ich habe dich beim Namen gerufen, du gehörst mir. Wenn du durchs Wasser schreitest, bin ich bei dir, wenn durch Ströme, dann reißen sie dich nicht fort. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt, keine Flamme wird dich verbrennen. Denn ich, der Herr, bin dein Gott.

Mit einem solchem Vertrauen im Herzen, auf einen Gott, der mit geht, auch wenn es bedrohlich wird, kann ich mutig sein. Und wie die Gleitschirmspringer kann ich erst Erfahrungen machen, wenn ich tatsächlich Abspringe, in ein neues Jahr mit seinen vielen unbekannten Herausforderungen. Es bedarf dazu nur des Mutes und des Vertrauens. Aber ich bin zuversichtlich: Auch im neuen Jahr wird Gott mich tragen, wie der Wind die Paragleiter.

Pfarrer Dietmar Röttger aus Hüsten.

Bildrechte: CCO Pixabay

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