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Kirche in WDR 2 | 16.12.2014 | 05:55 Uhr

Mut zum Anfang

Philae hat Funkstille. Der Forschungsroboter auf dem Kometen Tschurjumow-Gerassimenko hat keinen Strom. Die Solarzellen des Roboters liegen im Schatten. Stromgewinnung ist also nicht möglich. Vor einem Monat war Philae von der Raumsonde Rosetta aus auf dem Kometen gelandet, um die Ursprünge unseres Sonnensystems zu erforschen. Das ging durch alle Medien. Gerade einmal zwei Tage und neun Stunden konnte er für wissenschaftliche Experimente eingesetzt werden und Informationen absenden. Dennoch gilt die Mission für die Wissenschaft als sehr erfolgreich.

Bei dieser gesamten Forschungsmission geht es um Zeiten und Räume, die für mich unvorstellbar sind. Mich beeindruckt alleine schon die Tatsache, dass etwa eine halbe Milliarde Kilometer von der Erde entfernt eine ziemliche Punktlandung gelungen ist. Und das auf einem Kometen, der gerade einmal vier Kilometer Durchmesser hat. Das ist so, als würde man mit einem Stecknadelkopf ein Handballtor auf der Erde treffen – allerdings abgeschossen vom Mond aus.

Genauso beeindruckend finde ich die Dauer der ganzen Forschungsreise: Bereits vor über zehn Jahren startete die Weltraumsonde Rosetta, und sie soll jetzt auch noch weiter fliegen in den Weltraum, um noch mehr Informationen zu sammeln.

Für Projekte mit solchen Dimensionen in Raum und Zeit, dafür braucht es Menschen mit einem besonderen Pioniergeist und vor allem mit dem Mut, etwas zu beginnen, dessen Ausgang man nicht absehen kann oder das man selbst vielleicht nicht zu Ende bringen wird. Aber genau solche Menschen und Projekte hat es immer schon gegeben, gerade was die Dauer angeht: Der Kölner Dom zum Beispiel wurde in seiner heutigen Gestalt erst nach 600 Jahren vollendet. Wie viele Baumeister sind darüber verstorben, denen klar war: Ich arbeite da an einer so großen Sache, deren Vollendung ich selbst nicht mehr erleben werde.

So etwas wird heute wohl kaum noch jemand sagen, geschweige denn beginnen – naja, vielleicht außer eben diesen Weltraumforschern, die Rosetta und Philae ins All geschossen haben. Aber im Prinzip will man doch seine eigenen Erfolge auch sehen und die Dinge auch zu Ende bringen, die man angefangen hat. Oder?

Aber streng genommen – und das gilt nicht bloß für die großen Projekte – streng genommen kann ich mir niemals sicher sein, ob ich das, was ich gerade anfange, auch tatsächlich zu Ende bringe; und wenn ich es zu Ende bringe, ist nicht sicher, ob es dann auch noch ein Erfolg wird. Wenn ich das bedenke, könnte ich ja schnell resigniert die Hände in den Schoß legen. Was nützt das alles dann noch? Aber das wäre töricht!

Also los: Den Anfang wagen, das Neue versuchen, heute Morgen, am Beginn des neuen Tages – auch wenn es augenscheinlich dasselbe ist wie jeden Tag: aufstehen, frühstücken, Kinder versorgen, zur Arbeit gehen und ich weiß nicht, was sonst noch. Egal was es auch ist, es braucht den Mut und die Entschlossenheit zum Anfang – ohne immer schon den Ausgang zu wissen, in den kleinen, wie in den großen Lebensprojekten.

Und für mich als Christ gehört auch das Vertrauen dazu – das Vertrauen, dass Gott einmal das vollenden und auch zum Guten führen wird, was ich hier einfach nur habe anfangen können.

Copyright Vorschaubild: Nathanial Burton-Bradford CCBY 2.0 flickr

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