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Hörmal | 30.07.2017 | 07:45 Uhr

Mutmachgeschichten

Sprecherin: In letzter Sekunde hat Bogdan Wilda einen aus dem Fenster stürzenden Vierjährigen aufgefangen und ihm so das Leben gerettet. Der Kleine war in einem Haus in Mülheim an der Ruhr aus dem Fenster geklettert. Er konnte sich noch draußen am Fensterbrett festhalten und hing acht Meter über dem Gehweg. Zufällig sahen das drei Müllwerker. Kurzentschlossen stellt sich Bogdan Wilda unter das Kind, und nach kurzer Zeit stürzt der Junge seinem Retter direkt in die Arme.

Autor: „Es ist so schnell gegangen“, sagte Wilda später der Zeitung. „Irgendwie habe ich das Kind zu fassen bekommen. Man denkt gar nicht mehr groß nach, sondern handelt in so einem Moment nur noch“. Solche Geschichten brauchen wir. Wie auch die vom barmherzigen Samariter, die Jesus erzählt hat.

Sprecherin: Ein Mann ist unterwegs auf der Straße von Jerusalem nach Jericho. Räuber überfallen ihn und lassen ihn halbtot am Straßenrand liegen. Zufällig kommen ein Priester und ein Tempeldiener vorbei, schauen und gehen weiter.

Autor: Sie hatten ihre Gründe. Die Berührung mit dem Blut des Verletzten hätte sie nach damaliger Vorstellung verunreinigt und vorübergehend für rituelle Dienste untauglich gemacht.

Sprecherin: Bald darauf kommt ein Mann aus Samarien, ein Ausländer, ein Ungläubiger. Als er den Verletzten sieht, hat er Mitleid, verbindet seine Wunden, bringt ihn zu einem Gasthaus und zahlt für seine Pflege.

Autor: Sein Handeln hat ihn sprichwörtlich zum „Samariter“, zum Prototyp des Hilfsbereiten gemacht. Er selber hätte das nicht gewollt. Er hilft ohne jeden äußeren Grund. Dass der Verletzte ein Jude war und er selber aus dessen Sicht ein Ungläubiger, hat ihn weder von seiner Tat abgehalten noch dazu veranlasst. Es spielte schlicht keine Rolle. Der Verletzte war ein Mensch, der Hilfe brauchte. Das war alles. Absichtslose, selbstverständliche Hilfe - gut, dass es sie gibt! Wie im vergangenen Jahr bei Büdingen in Hessen: „Flüchtlinge retten NPD-Funktionär“.

Sprecherin: Der NPD-Politiker Stefan Jagsch, der im hessischen Kommunalwahlkampf gegen Flüchtlinge Stimmung gemacht hatte, fährt wenige Tage nach der Wahl gegen einen Baum und verletzt sich schwer. Einige Männer eilen ihm zur Hilfe und ziehen ihn aus dem Autowrack. Die Retter sind ein Busfahrer und syrische Flüchtlinge. Sie gehören zu einer Gruppe von Asylbewerbern, die zufällig mit einem Kleinbus am Unfallort vorbeifuhren.

Autor: Tarek Al-Wazir von den hessischen Grünen zitierte danach ein arabisches Sprichwort: „Beschäme deine Feinde durch deinen Anstand“. Gut und schön, aber unpassend in dem Zusammenhang! Die Flüchtlinge haben nicht geholfen, weil der Verunglückte von einer ausländerfeindlichen Partei war. Das konnten sie ja gar nicht wissen. Sie haben geholfen, weil da einer Hilfe brauchte. Wie bei dem kleinen Jungen in Mülheim: „Man denkt gar nicht groß nach, sondern handelt in so einem Moment nur noch“.

Was für ein Glück, dass es sie gibt: solche Menschen und ihre Geschichten! Sie machen Mut und tragen dazu dabei, dass das Helfen in unserer Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit bleibt. Hoffentlich.

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