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Kirche in WDR 2 | 07.10.2015 | 05:55 Uhr

Mutterschaft bereuen?

Frage an alle Mütter: Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten mit dem Wissen, das Sie heute haben, würden Sie dann Mutter werden wollen?

Ich weiß nicht, wie Sie diese Frage beantworten würden, aber 23 israelische Frauen haben in einer Studie angegeben, dass sie mit heutigem Kenntnisstand nicht mehr Mutter werden wollten. Die Studie ist überschrieben mit „Regretting Motherhood“ – Mutterschaft bereuen – und wird weltweit in sozialen Netzwerken diskutiert.

In Deutschland steht vor allem ein überhöhter Mutterbegriff in der Kritik. Unsere Gesellschaft erwartet alles zugleich: Wir Frauen sollen Mütter sein und viel Zeit für unsere Kinder haben, gleichzeitig erfolgreich im Beruf, gut aussehend natürlich, mit gesundem Halbwissen von guter Küche bis zu Homöopathie und dabei die Organisation der Großfamilie voll im Griff. Niemals einen Geburtstag vergessen, einen Arzttermin oder ein Fußballspiel.

Ich will ehrlich sein: Das alles zu schaffen, ist schwere Arbeit und oft kein Vergnügen. Und es gibt Tage, die würde ich am liebsten aus dem Kalender streichen: Wenn die Jüngste schon morgens um 2 Uhr zu uns ins Bett krabbelt, um sich schlägt und tritt, bis ich um 6 Uhr aufstehen muss, um Frühstück zu machen. Auf dem Weg zur Arbeit stehe ich im Stau, komme zu spät. Mittags ruft im Büro die Schule an: Mein Sohn hat sich verletzt und muss zum Arzt. Mein Mann ist auf Dienstreise, also hole ich ihn ab. Im Wartezimmer dauert es – ich muss noch die anderen Kinder abholen! Wieder komme ich zu spät. Zu Hause steht das Frühstück noch auf dem Tisch. Einer ist müde, einer hat Hunger, einer muss noch Hausaufgaben machen, will aber lieber draußen spielen. Meine Tochter hat Ballett, mein Sohn Musikunterricht. Einkaufen? Kochen? Wäsche? Keine Zeit. Es gibt solche Tage, an denen ich mich frage, was ich eigentlich früher mit all der Zeit gemacht habe, die ich doch gehabt haben muss, als wir noch keine Kinder hatten.

Aber all das bereuen? Wenn sich nach so einem Tag die drei Kleinen an mich ku-scheln, bin ich wieder versöhnt. Und ich schmelze, wenn einer von ihnen sagt: „Mama, es ist toll, dass du immer für uns da bist.“ Oder einfach nur: „Mama, ich hab dich lieb.“ Als sie noch Babys waren, hat mir sogar ein Lächeln schon zum Glück gereicht. Diese Momente gibt es auch. Sie machen mir Mut und sind sehr tröstlich.

Ich jedenfalls bereue nichts. Auch wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte und das Wissen von heute hätte, würde ich immer noch Mutter werden wollen. Mir würde sonst echt was fehlen.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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