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Hörmal | 06.04.2015 | 07:45 Uhr

Nachtodkontakte

Ostern zu feiern wird schwer fallen für die Angehörigen der Toten der Flugzeugkatastrophe von vor zwei Wochen. Fast ein Unding. Gerade Ostern, wo es um Tod geht – und dann auch noch um Auferstehung. Jedes Familienfest wird in der nahen Zukunft eine Herausforderung sein. Denn da fehlt jemand. Da wird eine Lücke sein.

Und gerade, wenn ein Mensch so urplötzlich aus dem Leben gerissen wird, dann fällt das schwer, den Tod zu akzeptieren. Dann kann es sogar vorkommen, dass man das Gefühl hat, dem Toten mitten im Alltag zu begegnen. Ob allein daheim, an einem vertrauten Ort, oder auch mitten in der Fußgängerzone: Ein Gesicht, eine Geste – und plötzlich zuckt dieser Gedanke auf: „War das nicht…?“

Die Trauerforschung spricht von Nachtodkontakten. Das kann sogar so weit gehen, dass die Angehörigen die Stimme des Toten hören – auch eine Botschaft. Meist wird diese Erfahrung von Betroffenen dann als intensives und gar schöne Erfahrung bewertet. Geborgenheit. Innerer Frieden. Nichts gruseliges, sondern eher etwas tröstendes.

In den Kirchen wird heute am Ostermontag von der Erfahrung der zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus erzählt. Davon, wie sie zu Tode betrübt weggehen von Jerusalem, nachdem Jesus gekreuzigt und begraben wurde. Wie sie auf dem Weg einen Mann treffen, den sie nicht erkennen. Wie sie ihm ihr Herz ausschütten über alles, was passiert war. Wie sie dann einkehren und zusammen Essen. Und als er das Brot teilt, da „brannte ihnen das Herz“, heißt es in der Bibel. Und sie erkennen: Es war Jesus, der da mit ihnen auf dem Weg war. Und im selben Moment ist er auch schon wieder weg. Aber für sie ist klar: Jesus ist nicht tot. Jesus ist auferstanden. Er lebt und er bereitet ihnen sogar den Tisch. Das Leben hat gesiegt.

Liebe Hörerinnen und Hörer: Ich will nicht darüber spekulieren, ob die Jünger lediglich eine Nachtodkontakt-Erfahrung hatten. Schon zu Zeiten der Bibel hielten viele die Jünger für verrückt und machten sich ihren ganz eigenen Reim auf die Geschichten. Ich glaube an die Auferstehung. Ich kann das Ihnen nicht erklären, wie Ranga Yogeshwar die Relativitätstheorie. Ich glaube daran, dass Gott die Kraft allen Lebens ist und: wer wenn nicht er kann das Leben sogar über den Tod hinaus schenken. Von dieser Kraft zu wissen, an sie zu glauben, das trägt mich unendlich in meinem Leben. Das hat mir schon bei vielen Verlusten geholfen, in Leben zurück zu finden. Und das wünsche ich auch denen, die von der Flugzeugkatastrophe betroffen sind. Dass sie irgendwann so eine Art österliche Erfahrung haben: nicht heute an Ostern, nicht morgen – jede und jeder wird ganz anders Zeit brauchen, um damit umzugehen. Aber dass sie dem Leben wieder trauen können und eine Ahnung davon haben, dass mit dem Tod nicht alles aus ist.

Copyright Vorschaubild: Public Domain Pixabay

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