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Kirche in WDR 3 | 18.07.2016 | 07:50 Uhr

Nelson-Mandela-Tag

Guten Morgen! Es ist kurz vor sieben. Noch etwa 17 Stunden und fünf Minuten liegen vor Ihnen und mir an diesem Tag. Zeit genug, um exakt 67 Minuten einem wichtigen Ziel zu widmen. Einem Ziel, das sich vermutlich nicht auf sehr vielen to-do-Listen findet. Dann kann es ja wohl auch so wichtig nicht sein, meinen Sie? Doch. Das ist es. Das Ziel ist verbunden mit einem großen Namen: Nelson Mandela. Der 18. Juli war sein Geburtstag. Heute wäre er 98 Jahre alt geworden. Nelson Mandela war der erste schwarze Präsident Südafrikas und Friedensnobelpreisträger.

67 Jahre lang hatte er sich für die Rechte von Schwarzen eingesetzt. Gegen die so genannte "Apartheid", die strenge Rassentrennung von Schwarzen und Weißen in Südafrika. Weiße und Schwarze: Sie durften nicht heiraten, nicht dieselbe Schule besuchen, nicht mit denselben Bussen fahren, nicht auf derselben Parkbank sitzen und nicht am selben Strand baden. Bestimmte Berufe wie beispielsweise Richter oder Arzt waren für Schwarze verboten. Sie durften nicht wohnen, wo sie wollten. Ihnen wurde ihr Land weggenommen. Schwarze durften nicht wählen oder gewählt werden. Sie durften nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen. (1)

Nelson Mandela setzte sich zunächst gewaltfrei für Versöhnung und Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen ein– nach dem Vorbild von Mahatma Gandhi. Doch damit kam er an seine Grenzen. Als 1960 bei dem Massaker im Township, dem Schwarzenviertel, Sharpeville unbewaffnete Demonstranten von der Polizei erschossen wurden: 69 Schwarze, davon 51 Männer, acht Frauen und zehn Kinder. Sie wurden zumeist von hinten erschossen. Hunderte verletzt. (2)

Die Anti-Apartheid-Bewegung wurde verboten und auch der ANC, der „Afrikanische Nationalkongress“, dem Mandela angehörte und der die Zusammenarbeit mit den Weißen wollte. Dieses Verbot ließ ihn an der Taktik der Gewaltfreiheit wie er sie nannte zweifeln: „Wenn die Reaktion der Regierung darin besteht, mit nackter Gewalt unseren gewaltlosen Kampf zu zermalmen, so werden wir unsere Taktik zu überdenken haben.“ (3)

Nun konnte er sich sogar vorstellen, Sabotageakte zu verüben, bei denen aber möglichst kein Mensch Schaden nehmen sollte. Denn die Situation war zum Verzweifeln. Eineinhalb Jahre nach dem Massaker von Sharpeville agierte Mandela im Untergrund bevor er für fast drei Jahrzehnte im Gefängnis landete. Er wollte die Versöhnung, er wollte Demokratie. Für alle. Durch einvernehmliche Beschlüsse, durch zuhören, wahrnehmen, ernst nehmen.

Am Tag seiner Freilassung lud er „alle Menschen, die die Apartheid aufgegeben haben“, zur Mitarbeit an einem „nichtrassischen, geeinten und demokratischen Südafrika mit allgemeinen, freien Wahlen und Stimmrecht für alle“ ein. (4) Bald war er dann der erste schwarze Präsident in Südafrika.

Die Vereinten Nationen haben Nelson Mandelas Geburtstag als einen weltweiten Gedenk-Tag bestimmt (5), der daran erinnert: Jetzt ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen und die Welt Schritt für Schritt zu verbessern.

Ein Blick in die USA mit ihrem Krieg zwischen Polizei und schwarzen Bürgern lässt mich fragen: Ja, wie lange soll das denn noch dauern? Und dann wieder sehe ich den Polizeichef von Dallas (David Brown) vor mir, der immer wieder gegen die Entzweiung von Polizei und Bürgern angeht. Mit vielen Gesprächen. Geduld. Sein eigener Sohn hatte einen Polizisten ermordet. (6)

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