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Kirche in WDR 4 | 24.01.2017 | 08:55 Uhr

Neujahrsempfang Salestag

Ich kenne nicht nur körperliche Kurzatmigkeit, sondern auch zwischenmenschliche Kurzatmigkeit. Und ich leide darunter. Mir scheint, das geht nicht nur mir so. Bewusst wird mir das in diesen Tagen, wenn nach der Weihnachts-Silvester-Flaute das neue Jahr Fahrt aufnimmt. Derzeit häufen sich bei mir nämlich die Neujahrsempfänge. Als Rundfunkbeauftragter und Priester bin ich zu vielen dieser Termine eingeladen.

Smalltalk ist angesagt, Häppchen werden serviert und irgendwer beschwört meistens noch mal gute Vorsätze fürs neue Jahr. Ich nutze diese Empfänge meistens, um Kontakte zu pflegen.

Manchmal gibt es dann aber auch böse Überraschungen: Da treffe ich Leute, denen ich beim letzten Empfang einen Besuch versprochen hatte und ihn schuldig geblieben bin. Das meine ich mit zwischenmenschlicher Kurzatmigkeit. Ich merke, wie ich die Verbindlichkeit, die ich bei anderen schätze, heutzutage selber gar nicht mehr so leicht einhalten kann.

Peinlich! Aus dem Weg gehen, geht dann nicht. Ich kann mich da nur entschuldigen – die Zeit im letzten Jahr hat gefehlt, manchmal einfach auch nur der Wille, den Worten Taten folgen zu lassen. So wird der Neujahrsempfang zu meinem persönlichen Jahresrückblick, zu dem eben auch das Versagen nicht eingehaltener Versprechen gehört.

Übermorgen ist der nächste Empfang. Der findet in Paderborn statt. Das Erzbistum lädt ein zum sogenannten „Salestag“. Typisch katholisch: Auch ein Jahrsempfang hat hier einen Schutzpatron, den heiligen Franz von Sales (1567 - 1622), der heute am 24. Januar seinen katholischen Gedenktag hat.

Beim „Salestag“ kommen Medienvertreter mit dem Paderborner Erzbischof zusammen. Dabei greift der Erzbischof auf den Heiligen Franz von Sales zurück, weil er der Patron der Schriftsteller und Journalisten ist. Zu seinen Lebzeiten – also vor über vierhundert Jahren – war Franz sozusagen ein Medienunternehmer. Er versuchte möglichst viele Menschen medial zu erreichen. Damals ging das vor allem über Flugblätter. Franz von Sales heftete seine Predigten an Bäume, Tore und Haustüren wie Wandzeitungen – und hatte echt Erfolg. Heute würde Franz von Sales wahrscheinlich Twitter und Facebook benutzen. Was er wohl damals nicht erahnte, welchen Stress die steigende Informationsflut einmal mit sich bringen würde: Immer weiter Infos verbreiten und vor allem: immer schneller und immer aktueller.

Kein Wunder – so denke ich mir – dass Termine schon mal nicht eingehalten werden, angesichts dieser Entwicklung zur medialen Kurzatmigkeit. Die geht nämlich meist einher mit Kurzatmigkeit im Zwischenmenschlichen. Franz von Sales hat dazu einmal einen weisen Gedanken formuliert, den ich mir zu Herzen nehme und zwar nicht nur bei den Terminabsprachen beim nächsten Neujahrsempfang. Franz sagt:

„Meine Vergangenheit kümmert mich nicht mehr, sie gehört dem göttlichen Erbarmen.

Meine Zukunft kümmert mich noch nicht, sie gehört der göttlichen Vorsehung.

Was mich kümmert und fordert, ist das Heute. Das aber gehört der Gnade Gottes und der Hingabe meines guten Willens.“

*Franz von Sales, zitiert nach: https://www.aphorismen.de/suche?f_autor=1316_Franz+von+Sales&seite=3

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