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Kirche in WDR 4 | 16.11.2016 | 08:55 Uhr

Nicht die richtige Ausfahrt verpassen

Der Buß- und Bettag hat es als Feiertag nicht leicht. Vor 22 Jahren wurde er als arbeitsfreier Tag abgeschafft. Außer in Sachsen. In einigen Bundesländern sind heute trotzdem laute Musik und Feste in den Abendstunden untersagt. Das Ganze klingt vermutlich so charmant wie ein Bußgeldbescheid. Überhaupt - das Wort „Buße“ erinnert an Strafe, Schuld und Schmerzen. Und darüber denkt niemand gerne nach. Vor allem nicht einen ganzen Tag lang.

Dabei geht es beim Buß- und Bettag gar nicht um das „Büßen“ für begangene Vergehen, es geht nicht um Strafe – sondern Buße bedeutet in der Bibel einfach die Umkehr von falschen Entscheidungen und Meinungen wieder hin zu Gott. Anders gesagt: Der Buß- und Bettag will mich daran erinnern, dass ich mein Gewissen checke - und prüfe, wo eine Kurskorrektur in meinem Denken und Handeln notwendig ist. „Bin ich der, der ich sein will? Was habe ich getan, um meine Ziele zu erreichen? Bin ich noch auf dem richtigen Weg? Gibt es Dinge, die mir unangenehm, peinlich sind und die ich lassen sollte? Wo sollte ich mich mal entschuldigen, mit den anderen reden, damit es wieder besser läuft? Wo schade ich meiner Umwelt – durch das was ich mache oder durch das was ich lasse, weil es mir zu anstrengend ist?“ Bei so einer Selbstreflexion hilft mir dann auch das Gebet, das Gespräch mit Gott. Jesus gab mal eine einfache Anweisung, wie man beten kann: „Schalt mal ab. Such die Ruhe. Geh in dein Zimmer, mach die Tür zu – und dann rede einfach mit Gott.“ Mir fällt es leichter, Dinge durchzudenken, wenn ich dabei laut vor mich hinreden kann. Wenn einer da ist, der mir zuhört – und mich dafür nicht in die Pfanne haut. Diese Vertrautheit lässt dann eben auch schwierige Themen zu. Das Gute ist, dass ich Gott mit meinen eventuellen Leichen im Keller gar nicht überraschen kann, so in der Art: „Ach, Herr! Wenn DU wüsstest…“ Und Gott zieht erstaunt die Augenbrauen hoch und sagt: „Achja, jetzt wo Du es sagst, fällt es mir auch auf…!“ Nein, ich glaube, dass Gott längst alles von mir weiß – und deswegen mein Gebet nicht braucht. Aber ich brauche das Gespräch. Und ich glaube, dass Gott mehr Lust an der Verbesserung hat, als an Strafe. Jesus hat den Effekt von Buße mal so zusammengefasst: „Der Himmel freut sich mehr über einen Sünder, der umkehrt, als über neunundneunzig Gerechte, die keine Umkehr mehr brauchen.“ (Lukas 15,7)

Als ich mich letztens auf der Autobahn verfahren habe, hoffte ich dringend auf die nächste Abfahrt. Was war ich froh, als ich wieder in die richtige Richtung fahren konnte. Übertragen auf die Umkehr im sonstigen Leben heißt das: Wenn ich das lasse, was andere und mich unnötig belastet, dann freuen sich Gott und die Engel im Himmel, sagt Jesus. Und die Menschen um mich herum natürlich auch, weil sie ja mit mir leben müssen.

Umkehr ist dann sogar mehr als eine Kurskorrektur. Umkehr ist eine klare Abkehr von falschen Zielen – und gleichzeitig eine Hinwendung zum Guten. Die Entscheidung, es wieder neu zu versuchen, gute Vorsätze einzuhalten, es besser zu machen. Vielleicht auch, es nicht mehr allein zu versuchen, sondern zu schauen, wer mir dabei helfen kann. Und Gott dabei nicht zu vergessen, der mein Leben und meine Entscheidungen doch am besten versteht. Zum Innehalten und Neu-Ausrichten laden heute Abend darum wieder viele Gottesdienste ein. Verpassen Sie nicht die richtige Ausfahrt!

Ihr Pastor Sebastian Begaße aus Dortmund.

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