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Kirche in WDR 3 | 16.02.2018 | 07:50 Uhr

Not und Dank

Guten Morgen!

Es ist immer wieder bewegend: Alles ist überstanden – der Unfall, der Notfall, die Katastrophe. Der Schreck sitzt immer noch tief, der Schmerz und die Trauer sind längst noch nicht abgeklungen. Aber ein Bedürfnis will doch jetzt befriedigt werden. Menschen bedanken sich bei ihren Rettern und Helfern, den Sanitäterinnen und Sanitätern, der Polizei, den Seelsorgern, den Nachbarinnen und Nachbarn.

Für die einen ist der Ausnahmezustand der Normalfall, für die anderen ist der Ausnahmezustand das einschneidende Ereignis schlechthin, oft lebensverändernd, zumindest für eine geraume Zeit ins Gedächtnis eingebrannt. Beides trägt sich bleibend tief in das Lebensgefühl ein, das Unglück und die Rettung.

„Gott spricht: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.“ (Psalm 50,15)

Das ist ein Versprechen oder, um es in biblischer Sprache zu sagen: eine Verheißung. Ein Versprechen wird nicht einfach dahin gesagt. Wer etwas verspricht, der gibt sein Wort darauf, dass er tut, was er verspricht.

Versicherungen dagegen beruhen auf einem Vertrag und begründen einen Rechtsanspruch auf eine Leistung. Die kann im Streitfall auch eingeklagt werden.

Eine Verheißung gründet auf Freiheit und Vertrauen. Wer etwas verspricht, legt sich aus freien Stücken fest, und wer der Verheißung vertraut, der glaubt, dass die Verheißung auch in Erfüllung geht. Glauben und der Verheißung Gottes zu vertrauen, das ist ein und dasselbe.

Zwischen Gottes Hilfeversprechen und dem der Menschen gibt es einen Unterschied: Rettungsdienste sind gesetzlich verpflichtet, schnell und professionell zu helfen. Auch Nachbarn und Freunde und andere Mitmenschen, die einen Menschen in Not sehen, dürfen sich nicht entziehen. Da gelten geschriebene und ungeschriebene Gesetze.

Bei Gottes Verheißungen kann das sehr, sehr anders sein. Manchmal ist es so, dass Rettung und Hilfe sich einstellen, so wie ich es mir erhoffe. Da fällt das Danken leicht, und das Gotteslob geht wie von selbst über die Lippen. Aber was ist, wenn meine Hoffnung sich nicht erfüllt? Was, wenn Gott nicht zur Stelle ist, wenn ich ihn brauche?

Ich bin einer Frau begegnet, die war auffallend warmherzig, humorvoll und feinfühlig. Sie sagte:

Sprecherin: „Ja, wissen Sie, das war nicht immer so. Damals, als mich dieser schlimme Schicksalsschlag traf, hat es mir den Boden unter den Füßen weggerissen; und wirklich darüber hinwegkommen werde ich wohl nie. Aber ich habe heute viel Verständnis für das, was andere durchgemacht haben und durchmachen, welches Kreuz sie zu tragen haben. Es hilft ja nicht, sich gehenzulassen und sich aufzugeben. Ich sage mir immer wieder: Ich bin trotz allem nicht von Gott verlassen. Darauf vertraue ich, auch wenn ich absolut nicht verstehe, wozu das alles gut sein soll. Das hilft mir, und dafür bin ich dankbar.“

Autor: Solcher Glaube lässt sich nicht herbeireden oder gar erzwingen. Aber er kann sich einstellen, und dann ist er einfach da, womöglich als einzige Rettung in der Not, nur Glaube, sonst nichts. Aber er trägt. Gott sei Dank.

(Ende WDR 4, Verabschiedung für WDR 3 und WDR 5: )

Ihr Dieter Beese aus Bielefeld.

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