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Hörmal | 01.01.2018 | 07:45 Uhr

Nüchterner Friedenswunsch

Erst einmal ein frohes und gesegnetes neues Jahr! Das ist ja was, dass Sie schon so früh am Neujahrsmorgen das Radio eingeschaltet haben. Sie haben wahrscheinlich nicht bis in die Puppen gefeiert und das wird seine Gründe haben. Ich denke, das sind zumeist nüchterne Gründe wie Arbeit, Gewohnheit oder so.

Immerhin: Das neue Jahr nüchtern zu begrüßen hat auch seinen Reiz. Denn: jetzt kann man mit klarem Kopf in die Zukunft schauen.

Ich kann für mich sagen: Auch wenn ich nichts dagegen habe, hin und wieder einen Rausch zu haben, bin ich ein Freund von Nüchternheit. Ferner: Bestimmte Wesenszüge zeigen sich erst im berauschten Zustand. Wie das alte Sprichwort sagt: Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit. Nur: Das sind nicht selten die unangenehmen Wahrheiten und Wesenszüge. Stichwort: Übergriffe und Gewalt. Ja, jede dritte Gewalttat geschieht durch berauschte Menschen. Viele von denen würden nüchtern niemals losprügeln oder übergriffig werden.

Ich würde noch weiter gehen wollen. Nicht die Gewalt ist die Folge des Rausches, sondern auch der Gewalt kann ein Rausch inne wohnen – jedenfalls eher als der Gewaltlosigkeit. Vom Kriegsrausch habe ich schon gehört, vom Friedensrausch nicht. Frieden ist eine eher nüchterne Angelegenheit. Das vertrackte am Frieden ist ja, dass man ihn meist für selbstverständlich hält, solange er herrscht. Herbeigesehnt wird Frieden erst dann, wenn er verloren ist. Beim Krieg ist das genau andersherum: Krieg ist nicht selbstverständlich, sondern wird von wenigen Machttrunkenen beschworen. Aber wenn er dann da ist, wollen ihn die meisten nicht mehr. Anders formuliert: Der Rausch des Krieges verfliegt schnell und hinterlässt einen heftigen Kater.

Dass ich davon gerade heute erzähle hat seinen Grund. Heute feiert die katholische Kirche den Weltfriedenstag. Und sie tut das in diesem Jahr zum 50sten Mal. Der Festtag kam 1968 auf, zu Hochzeiten des Kalten Krieges. Damals hat bereits Papst Paul VI. eine Rede zum Frieden gehalten. Heute wird das Papst Franziskus wieder tun, wie seine Vorgänger seit damals. Dass wir hierzulande diese Reden meist nicht wahrnehmen, kann mit der Neujahrs-Katerstimmung zu tun haben. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass für manche Zeitgenossen Frieden so selbstverständlich zu sein scheint wie die Mitgliedschaft in der Krankenversicherung.

Frieden ist aber leider weder selbstverständlich noch sicher. Frieden bedeutet im Grunde auch: nüchterne Arbeit – in der großen Politik wie im Alltag. Frieden braucht den Willen, alles zu tun, um den Frieden zu halten. In diesem Sinne wünsche ich mir und Ihnen – ganz nüchtern – ein friedvolles Jahr 2018 und hoffe, dass wir gut daran arbeiten, Frieden zu wahren und das nicht nur in unserem Land.

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