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Kirche in WDR 5 | 20.12.2018 | 06:55 Uhr

Ochs und Esel

Guten Morgen.

Jeden Tag freue ich mich an ihr. An meiner Krippe. Ich schaue sie mir in dieser Woche ganz genau an. Heute bleibt mein Blick bei den Tieren hängen.

In meiner Krippe gibt es zwei Schafe, einen Ochsen und einen Esel.

Sie verraten mir etwas über die Weihnachtsgeschichte.

Ochs und Esel – sie gehören für mich zu jeder Krippe dazu, ganz klassisch. Umso erstaunlicher ist, dass sich in der Geburtsgeschichte Jesu in der Bibel kein Wort von Ochs und Esel finden lässt. Nur die Schafe kommen dort vor.

Trotzdem sind auf vielen Krippendarstellungen immer wieder diese beiden Tiere abgebildet.

Wie sind sie wohl in die Weihnachtsgeschichte nachträglich eingewandert?

Vielleicht waren die Tiere bereits im Stall, bevor Josef und Maria anreisten. Warum hätte der Stall auch leer sein sollen? Und schon beim Propheten Jesaja steht: „Ein Ochse kennt seinen Herrn und ein Esel die Krippe seines Herrn.“ (Jesaja 1,3)

Ochs und Esel im Stall - das wäre zumindest für Maria und Josef äußerst praktisch gewesen. Denn die Tiere sorgen für eine gewisse Wärme. Das erinnert mich an einen alten Bauernhof, den ich besichtigt habe. Die ungeheizten Schlafstätten der Knechte und Mägde lagen über dem Kuhstall. Mit der Wärme der Tiere konnten die Menschen den Winter überstehen.

Vielleicht hat der Esel aber auch die schwangere Maria schon von Nazareth nach Bethlehem getragen. Das sieht man ja auch öfter auf Krippenbildern. Aber davon steht auch nichts in der Bibel.

Während ich darüber nachdenke, nehme ich beide Figuren, Ochs und Esel, aus der Krippe. Zufrieden bin ich damit nicht. Ohne die beiden Figuren fehlt mir was.

Deshalb kann ich gut verstehen, dass Ochs und Esel in vielen Krippen ein Ehrenplatz gegeben wird.

Die beiden verstehen es schließlich Lasten zu tragen oder zu ziehen!

Der Ochse zieht sprichwörtlich den Karren aus dem Dreck. Und der Esel ist für anspruchsvolles Gelände hervorragend geeignet und kann viel Gepäck transportieren.

Beim Esel denke ich auch an den Einzug Jesu in Jerusalem, kurz vor seiner Kreuzigung. Wo er auf einem Esel geritten kommt. Jesus wählt nicht das Pferd, das gern als Reittier bei Kriegen eingesetzt wurde. Jesus entscheidet sich für einen Esel, der friedlich bleibt und nicht in Panik ausbricht. Der, der viele Lasten trägt braucht ein Lasttier.

Der Friedensbringer braucht solche, die mitgehen und mittragen. So wie er auch die Schafe braucht, die Wärme geben und Gemeinschaft spenden. Ochs, Esel, Schaf: Kein Mensch will so recht mit ihnen verglichen werden. Warum eigentlich nicht?

Die tierischen Figuren in meiner Krippe, die ich früher immer nur niedlich fand, bekommen für mich langsam eine andere Bedeutung. Sie sind unentbehrlich! Wir brauchen Esel, Ochsen und Schafe in der Gemeinschaft der Krippe. Gott selbst braucht sie.

Ich stelle die Tiere zurück in meine Weihnachtskrippe, ganz nah zum Kind.

Jetzt ist die Krippe wieder komplett.

Es grüßt Sie, Pfarrerin Anne Wellmann aus Duisburg.

Mehr Informationen: https://www.abendblatt.de/hamburg/harburg/article209080457/Wie-Ochs-und-Esel-in-die-Krippe-kamen.html (letzter Abruf am 8.12.2018)

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