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Kirche in WDR 3 | 25.12.2017 | 07:50 Uhr

Offene Türen für Gott

Guten Morgen,

„Go away“- „Haut ab“, das war der Text, den der Junge zu sprechen hatte. Er spielte im Krippenspiel den Wirt eines Gasthauses in Bethlehem. Er spielte also denjenigen, der Josef und die hochschwangere Maria vor die Tür setzen sollte, weil ja „in der Herberge kein Platz für sie war.“ Ganz Bethlehem war wegen der Volkszählung voll und alle Herbergen dicht.

Wochenlang wurde in der Kirche des kleinen englischen Dorfes geprobt. Aber jedes Mal, wenn das Heilige Paar an die Haustür klopfte, öffnete der 9-Jährige freundlich und ließ sie eintreten: „Kommt rein“.

Die verantwortlichen Leiter redeten auf ihn ein, erinnerten ihn an seine Rolle und was er zu sagen hatte. Doch immer wieder: „Kommt rein.“ Es wirkte erst, als sie ihm androhten, dass er die Rolle abgeben müsse, wenn er sich nicht an die Vorgaben hielte. Ab da setzte der kleine Kerl Maria und Josef jedes Mal vor die Tür.

Es kam der Abend der Aufführung – der Heilige Abend: Proppenvolle Kirche incl. Lichterglanz; Krippe und geschmückten Bäumen. Alle waren gespannt und aufgeregt, die Kinder besonders. Aber eine gewisse Nervosität machte sich auch bei den Erwachsenen breit, als das Spiel auf die Szene der Herbergssuche zulief.

Wie würde der kleine Wirt heute Abend reagieren?

Josef klopfte an die Herbergstür. Der Wirt machte auf und rief – so laut er konnte – mit seinem Kinderstimmchen: „Go away – haut ab“. Kurze Pause. Und dann folgte etwas zögerlicher und leiser:

„But first come in and drink a cup of tea. Later you have to leave because the game must go on.”

“Aber zuerst kommt rein und trinkt ein Tässchen Tee. Später müsst ihr leider wieder raus, weil: das Spiel muss weitergehen. The game must go on.“

Was für ein netter Kerl, dieser kleine Wirt!

Gott liebt solche Unterbrechungen und offene Türen! – davon bin ich überzeugt. Aber er macht selbst die Erfahrung im Kind von Bethlehem: „Die Seinen nehmen ihn nicht auf“, die Türen bleiben zu – the game must go on.

Für mich ist das eine zentrale Frage von Weihnachten: Ob Jesus / Gott wohl heute reinkommt, bei uns ankommen kann, zur Welt kommen kann? Oder ob Weihnachten nur ein „Affenzirkus“ ist, wie Papst Franziskus mal provokativ gesagt hat, „weil die Welt den Weg des Friedens nicht verstanden hat“, so hat der Papst weiter gesagt. Ob die Türen für ihn aufgehen?

Heute am ersten Weihnachtstag öffnen sich auf jeden Fall viele Türen in deutschen Haushalten! Familienbesuche sind angesagt: Kinder, Eltern, Großeltern besuchen und bescheren sich; Freunde verabreden sich zum leckeren Essen – wunderbare offene Türen!

Und zugleich bleiben auch viele Tore zu – jenseits unseres bürgerlichen Wohlfühlklimas. Die Komischen, die Abgehalfterten, die Unbeliebten, die Stinkenden, die Geflüchteten, die Komplizierten, die Alleinstehenden – tja, bleiben halt auch oft genug draußen.

Für mich ist ein Jesus-Wort der Antwortschlüssel auf die Frage, wo er heute ankommen kann, wenn er sagt: „Was ihr einem der geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Ja, es geht um offene Türen. Es geht vielleicht zunächst mal um die eine offene Tür: und zwar für den geringsten meiner Brüder und Schwestern. Es geht nicht um alle, sondern um den oder die, der mich momentan gerade am meisten braucht.

Wer ist der eine, der Geringste meiner Brüder und Schwestern in meinem nahen Umfeld, durch den Gott bei mir ankommen will?

Unterbrechen Sie das Spiel, lassen Sie ihn rein und trinken Sie heute oder irgendwann `ne Tasse Tee zusammen!

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Irmgard Conin aus Köln

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