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Hörmal | 24.12.2017 | 07:45 Uhr

Offene Türen

„Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradeis“ – als Kind habe ich immer gedacht, das muss unsere Wohnzimmertür sein! Irgendwann im Laufe des Tages wurde sie verschlossen. Dahinter der geschmückte Baum, darunter die Geschenke, in meinem Hinterkopf der Wunschzettel. Am Abend, nach dem Gottesdienst in der Kirche, wurde sie dann feierlich aufgeschlossen, die Tür zum Paradies.

So oder ähnlich wird es heute in vielen Häusern und Wohnungen zugehen. Letzte Vorbereitungen, viele Erwartungen. Der Morgen vor dem heiligen Abend. Ach was, am Nachmittag geht’s ja schon los. Gottesdienste ab 14 Uhr, das Krippenspiel für die Kleinsten. Maria und Josef werden wieder anklopfen an unzähligen Türen. Überall belegt, besetzt, geschlossen – bis sie in einem Stall unterkommen.

Schon die Kinder wissen, was das mit den Türen bedeutet. Wenn eine Tür verschlossen ist, kann das heißen, hier möchte jemand nicht gestört werden. Oder hier hat jemand Streit und will mit niemandem etwas zu tun haben. Ganz anders, wenn die Tür weit offen ist. Das heißt: Komm rein, bei mir ist Platz, du bist eingeladen. Wir können zusammen erzählen oder essen und trinken oder spielen. Die Tür ist offen. Und die einen kleinen Spalt geöffnete Tür? Sie kann heißen: Klopf ruhig an und komm vorsichtig rein. Oder: Na gut, wir können uns wieder vertragen.

Auch als Erwachsene erwarten wir etwas hinter einer Tür: Gewohntes, Vertrautes, Schwieriges, Schönes. Manchmal sind wir neugierig oder gespannt. Zum Beispiel wenn wir jemanden, den wir mögen, das erste Mal zuhause besuchen. Dann hat er oder sie wahrscheinlich aufgeräumt, vielleicht Kerzen angemacht, einen guten Wein rausgesucht. Ein andermal sind wir ängstlich. Müssen uns trauen, über die Schwelle zu gehen, wissen nicht, was uns hinter der Tür erwartet. Das Büro des Kollegen, der gestern sauer war und die Tür zugeknallt hat. Das Zimmer im Krankenhaus, wenn der Partner, die Partnerin aus der OP zurück ist. Türen lösen bestimmte Gefühle aus.

Weihnachten erzählt: Gott verbindet sich mit uns. Und das, obwohl er uns kennt. Gott hätte allen Grund zu sagen: Wisst ihr was, macht euren Kram alleine! Aber Gott knallt die Tür nicht zu, sondern im Gegenteil, er versöhnt sich mit uns. Er macht die Tür weit auf. In Zeiten, wo so manche Tür zu geht, ist das vielleicht das große Weihnachtswunder: Dass jetzt jeder von uns für einen anderen zur offenen Tür werden kann. Wo er erwartet wird und hört: du bist willkommen. Ich fänd’s paradiesisch.

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