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Kirche in WDR 2 | 11.06.2016 | 05:55 Uhr

Ohne mich

Man muss sich nicht jeden Konflikt im Leben persönlich anziehen. Manchmal mag es gut sein und ausreichen, die Faust in der Tasche zu ballen und weiter zu ziehen. Davon erzählt eine bemerkenswerte Geschichte in der Bibel.

Jesus ist auf seiner Wanderung durch Israel und sucht in einem Dorf einen Platz zum Übernachten. Doch die Bewohner geben ihm kein Bett. Denn er und seine Jünger ziehen hinauf nach Jerusalem. Der so genannten Stadt Gottes, der Stadt mit dem großen Tempel. Für die Menschen in dem kleinen Dorf ist das aber ein Ort des Unfriedens und Unglaubens. Und sie sagen sehr bestimmt: „Pilger nach Jerusalem sind bei uns nicht willkommen!“

Fast 2000 Jahre ist es her, dass Lukas diese Geschichte in seinem Evangelium (Kap. 9) erzählt. Ich bin sofort an den Konflikt heute erinnert, dem zwischen Israel und Palästina um das „heilige Land“. Der Glauben kann die Menschen gewaltig trennen. Und diese Trennung führt allzu oft zu Nichts als Gewalt. So auch bei den Jüngern Jesu. Die wollen nämlich Rache nehmen für diese Provokation, und sie bieten an: „Herr, willst du, so wollen wir sagen, dass Feuer vom Himmel falle und sie verzehre!“

Jesus aber, erzählt Lukas, wendet sich ab und weist seine Jünger zurecht: „Welch Geistes Kinder seid ihr! Der Menschensohn ist nicht gekommen, das Leben der Menschen zu vernichten, sondern zu erhalten.“

Was für ein Wort! Um Leben zu erhalten, muss man sich lösen aus alten Konflikten. Das ist die Botschaft von Jesus an seine Leute. Ich finde, das hilft auch heute, in dem so brenzligen Konflikt zwischen den Religionen in Israel. Den Konflikt sehen – ja; ihm nicht ausweichen – ja; aber auch nicht jeden Konflikt annehmen und auf die Spitze treiben – dafür steht Jesus. Und damit gibt er sein Beispiel, wie sich Glauben in unserer Welt auswirken sollte. Gott schickt gerade kein „Feuer vom Himmel“. Und wir Menschen sollten auch nicht glauben, wir hätten in Gottes Namen ein Recht dazu, so ein Feuer zu entfachen.

Und was für Israel gilt und all die Menschen, die dort versuchen, ihren Glauben zu leben, das gilt auch für mich in meiner Stadt, in meinem Umfeld. Wenn ich mich auf Gott berufe, wenn ich Gottes Spur folgen möchte, dann darf ich nicht mit Hass zündeln, dann sollte ich Frieden stiften.

Wahrscheinlich gehört es dazu, dabei manchmal die sprichwörtliche Faust in der Tasche zu ballen. Aber ich muss eben nicht jeden Affront, jede Zurückweisung mit Aggression beantworten. Jesus macht es vor: Menschen, die in ihrem Glauben ruhen, die halten Maß. Manche bei uns versuchen derzeit, den Konflikt zwischen den Religionen zu schüren – zwischen Islam und Christentum. Wer in Gottes Namen handeln möchte,, egal in welcher Religion, der setzt sich ein für Frieden und Versöhnung. Nichts anderes!

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