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Hörmal | 23.03.2014 | 07:45 Uhr

Okay? – Alles Okay!

Okay? – Alles Okay!

Das Kürzel „o.k.“ geht milliardenfach über die Lippen oder per Mausklick über den Bildschirm. Wenn etwas in Ordnung ist, dann ist das eben „ok“ und wird am PC zum Beispiel bestätigt oder abgeschickt.

Wenn man so will, feiert das „ok“ heute Geburtstag. Was nämlich als Kurzformel für „all correct“ in den internationalen Sprachgebrauch eingegangen ist, geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen gezielten Missgriff in der Rechtschreibung zurück genau heute vor 175 Jahren. Am 23. März 1839 hatte nämlich der Zeitungsredakteur Charles Gordon Greene in der Boston Morning Post diese Abkürzung in einem eigentlich unbedeutenden Beitrag verwendet.

Green wiederholte diesen Journalistenscherz in den kommenden Ausgaben wieder und wieder, bis sich offenbar die Bedeutung von „okay“ für „all correct“ festsetzte.

Etwa ein Jahr später setzte sich dieser sprachliche Fehlgriff weiter durch bei der Werbung des amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Martin van Buren mit dem Spitznamen „Old Kinderhook“. Sein Werbeslogan „OK is o. k.“ verbreitete sich sehr schnell über das ganze Land und machte nicht nur ihn bekannt, sondern auch das Kürzel – ohne dass dies allerdings für van Buren ausgereicht hätte, Präsident zu werden.

Das ist irgendwie schon seltsam: Da wird also „okay“ gesagt und man meint, „alles sei in Ordnung“. Aber dabei stützt man sich auf einen Rechtsschreibfehler – und der ist nicht in Ordnung. Verrückte Welt.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr muss ich darüber schmunzeln, weil hier eine tiefe Lebenserfahrung durchscheint: Unter dem Anspruch der Perfektion und der Vollkommenheit verbirgt sich oft das Unperfekte, eben das Unvollkommene: Ich sage „alles okay“, aber es ist nicht alles okay. Natürlich will ich auch, dass Sachen in Ordnung sind, und ich hege auch den Anspruch, dass alles perfekt und vollkommen ist. Nicht zuletzt ist das sogar ein Anspruch aus der Bergpredigt Jesu. Der sagt: „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“ (Mt 5,48) Aber ich muss eingestehen – diesem Anspruch, vollkommen zu sein wie Gott, dem werde ich nicht gerecht. Auch wenn es wohl kaum gelingt, diesem Anspruch überhaupt gerecht zu werden, soll er ruhig als hohes Ideal stehen bleiben. Und damit bleibt es wohl bei dem Dilemma, dass trotz es hohen Anspruchs eben nicht alles okay ist, auch wenn es gesagt wird.

Und genau das wusste offenbar auch schon der Kirchenvater Augustinus (354-430). Von ihm wird folgender Satz überliefert, der das Ganze noch einmal mit einer Pointe versieht: „Unsere Vollkommenheit besteht darin, zu wissen, dass wir nicht vollkommen sind.“ Und genau diesen Realismus finde ich sehr entlastend.

Also: „Alles okay?“ – „Ja, auch wenn nicht alles okay ist.“

http://www.evangeliums.net/zitate/suche.php?autor=%25&titel=vollkommen

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