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Kirche in WDR 3 | 30.08.2014 | 07:50 Uhr

Persönliche Gedenktage

Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer.

Das Jahr 2014 ist ein Jahr voller Gedenktage: 100 Jahre Ausbruch des 1. Weltkrieges, 75 Jahre Ausbruch des 2. Weltkrieges, die Bundesrepublik wird 65 Jahre alt und vor 25 Jahren fiel die Berliner Mauer.

Wie schnell die Zeit voranschreitet, erfahre ich immer wieder an solchen Gedenktagen, auch im Privaten.

Ende dieses Jahres werde ich – so Gott will – meinen 55. Geburtstag feiern. Ich kann es kaum glauben - nicht weil ich Schwierigkeiten mit dem Älterwerden habe, sondern weil ich dabei fühle: rein subjektiv, d. h. in meinem Empfinden, altere ich gar nicht so schnell, wie es die Jahreszahlen und die körperlichen Prozesse vorgeben. Manchmal erschrecke ich, wie lange bestimmte prägende Ereignisse meines Lebens schon zurückliegen. So erinnere ich mich an die Tage um den Fall der Mauer, als sei es gestern gewesen.

Erst unsere persönlichen Gedenktage rütteln uns auf: Der Hochzeits- oder bei mir der Weihetag, vor allem aber der Geburtstag stoßen uns auf den Lauf der Dinge und auf die Tatsache, dass wir unser Leben nicht „einfrieren“, sprich: festschreiben können. Gerade ein Geburtstag kann das in uns befördern, was die großen Gedenktage, von denen wir in diesem Jahr 2014 so reichlich haben, auch wollen: wir dürfen zurückschauen und erkennen, was gut und wichtig, aber auch was schwer und belastend in unserem Leben war.

Ich selber spüre an jedem meiner persönlichen Gedenktage zunächst stets eine große Dankbarkeit. Im Rückblick wird mir immer und immer wieder neu bewusst, wie wunder-bar ich geführt und begleitet worden bin. Menschen haben mir zur Seite gestanden und mich geformt. Sie haben mir Dinge für das Leben mitgegeben, die mich zutiefst geprägt haben. Dem Vorbild anderer verdanke ich vieles, was jetzt mein Dasein ausmacht.

Vom Glauben her sehe ich im Rückblick auf meinen Lebensweg überall Gottes Spuren: Dass dies und jenes so und nicht anders gekommen ist, dass sich hier eine Tür aufgetan und dort sich eine geschlossen hat, dass ich den Mut zu dieser Entscheidung hatte, die Weichen gestellt hat – darin sind für mich diese Spuren Gottes zu erkennen. Sie durchziehen mein ganzes Leben, sind reichlich zu finden, auch wenn mir das auf den ersten Blick gar nicht bewusst war.

Und genau das macht diese persönlichen Gedenktage so kostbar. Sie stärken meinen Glauben an einen Gott, der meine Lebenswege begleitet, der Anteil an dem nimmt, was mich beschäftigt und bewegt. In seinem Sohn Jesus Christus ist er an meiner Seite. Die Zusage, die Jesus seinen Jüngern vor seiner Auffahrt in den Himmel gibt: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt. 28, 20) schenkt mir Kraft und Zuversicht, meinen Weg zu gehen und nie stehen zu bleiben, selbst wenn Schwierigkeiten zu bewältigen sind. Dabei hilft mir besonders das Gebet. Ich kann alles, was mich bewegt, vor Gott tragen. Nichts ist da zu gering oder zu banal. Das Gebet ist lebendiger Austausch mit Gott; es lässt mich Lasten bei ihm abwerfen und anderes geduldig und vertrauensvoll annehmen. Je natürlicher ich es aus dem Herzen aufsteigen lasse, je mehr ich mein Erleben und Empfinden in Worte kleide, die meine Sprache sind, desto lebendiger ist mein Beten.

Vertrauensvoll stelle ich jeden Tag mein Leben unter Gottes Schutz, um von ihm begleitet meine Wege zu gehen. Ich glaube fest, dass er mir hilft, mich an den Kreuzungen des Lebens für die richtige Richtung zu entscheiden. Und er hilft zurückzufinden, wenn ich doch mal in die Irre gegangen bin. Ich bin dankbar, dass ER mein Lebensbegleiter ist!

Dass Sie dieses Vertrauen in Ihrem Leben erfahren, wünscht Ihnen Weihbischof Matthias König aus Paderborn.

Copyright Vorschaubild. Unspash Public Domain Pixabay

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