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Kirche in WDR 3 | 29.06.2017 | 07:50 Uhr

Peter und Paul

Guten Morgen!

Peter Paul Rubens wird an diesem Tag doppelt Grund gehabt haben zu feiern. Der berühmte Maler war katholisch, in Köln getauft, und lebte zu einer Zeit, als der Namenstag noch mehr gefeiert wurde als der Geburtstag. Rubens hätte heute gleich zweimal Namenstag gehabt. Heute ist Peter- und Paultag und allen Namensträgern – auch allen Petras und Paulas: Glückwunsch zum Namenstag!

Ob Ihre Eltern das nun bewusst mit diesen Namen verbunden haben oder nicht: Sie haben Ihnen die Vornamen von zwei Menschen verpasst, ohne die die Geschichte des Christentums wohl ziemlich anders verlaufen wäre als sie es tatsächlich ist. Nicht ohne Grund wird dieser Gedenktag „Peter und Paul“ über alle Konfessionsgrenzen hinweg gefeiert. In Rom, wo sowohl Petrus als auch Paulus begraben sind, ist heute natürlich besonders viel los. In der italienischen Hauptstadt lebt ja mit dem Papst derjenige Bischof, der sich als Nachfolger des Petrus versteht. Vom Petrusdienst spricht die katholische Kirche und ist der Überzeugung, dass dieser Dienst von Petrus auf die Bischöfe von Rom übergegangen ist. Die sehr alte Petrusstatue im Petersdom wird heute festlich geschmückt und bekleidet. Paulus dagegen wird von allen christlichen Konfessionen gleichermaßen verehrt. Er ist vor allem als großer Theologe in Erinnerung. Von ihm stammen verschiedene Briefe, die er an von ihm gegründete Gemeinden im Mittelmeerraum geschrieben hat. Diese Briefe bilden den Grundstock des Neuen Testaments und aus ihnen wird in den Gottesdiensten aller christlichen Kirchen vorgelesen. In Rom sind aber nicht nur die Grabstätten von Petrus und Paulus, über denen heute jeweils eine riesige Kirche steht: eben der Petersdom und die Kirche Sankt Paul vor den Mauern.

In Rom gibt es auch viele Bilder und Statuen, die Petrus und Paulus gemeinsam zeigen. Und beide gemeinsam werden als Apostelfürsten bezeichnet. Das täuscht ziemlich viel Harmonie vor, die aber wohl eher frommer Wunsch denn tatsächliche Geschichte ist. Wir wissen: Beide waren starke Persönlichkeiten, impulsiv und emotional. Und sie hatten zu einem bestimmten Zeitpunkt einen ganz handfesten Streit miteinander. Paulus selbst berichtet davon in einem seiner Briefe, dem Galaterbrief. Es ging um eine aus heutiger Sicht schwer verständliche Frage, die aber damals die jungen Christengemeinden durchaus hätte zerreißen können: Kann man an Jesus Christus glauben, ohne zuvor Jude gewesen zu sein oder nicht? Können also auch Nichtjuden Christen werden? Petrus meinte nein, Paulus meinte ja.

Diese Frage entzweite die beiden Apostel – und sie trugen diese Auseinandersetzung dann in Jerusalem aus. Mit ihren Anhängern und Begleitern trafen sich beide vermutlich im Jahr 48 in der heiligen Stadt, um in dieser Frage weiter zu kommen. Paulus selbst schreibt, dass sie sich ins Angesicht widerstanden. Und das Ergebnis dieser Auseinandersetzung war: Beide haben recht. Beide können auf der Basis ihrer Überzeugung weiter von Jesus Christus und seiner Auferstehung erzählen. Das war ein wichtiges Ergebnis, denn so konnten sowohl Petrus wie Paulus weiter leidenschaftlich die Botschaft von Jesus verkünden, ohne sich gegenseitig ihre Legitimation abzusprechen.

Ein sinnvoller Kompromiss als Ergebnis eines handfesten Streites - eine gute Einigung, die beiden Streitpartnern gerecht war. Ich finde, das ist ein schönes Detail heute am Tag von Petrus und Paulus.

Aus Paderborn grüßt Sie Ihr Domvikar Michael Bredeck.

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