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Sonntagskirche | 21.05.2017 | 08:55 Uhr

Prachtvolle Einsiedler in Credos und Chiaravalle

Guten Morgen!

Wer Klöster mag, sollte in Mailand nicht nur den berühmten Dom besuchen! Und damit: Herzlich willkommen zur dritten Etappe unserer „Ohrenreise durch die Lombardei“, zu der ich sie an diesen Mai-Sonntagen mitnehme. Vor den Toren der Stadt liegen zwei besondere Klöster. Immer geradeaus geht es über plattes Land - wenn man so will das Münsterland Italiens. Doch dann, wenige Kilometer vor dem Mittelalter-Städtchen Pavía, geht es von Mailand kommend auf einmal links ab. Unter Schatten spendenden Bäumen her, an trockenen Feldern vorbei. Und auf einmal liegt sie da: Certosa di Pavía - die Kartause von Pavia.

Kartäuser - das sind Mönche des wohl strengsten Ordens der katholischen Kirche. Etwas bekannter wurden sie durch den Dokumentationsfilm „Die große Stille“, der im Urkloster des Ordens, in der „großen Kartause" in Frankreich gedreht wurde. Gegründet Ende des 11. Jahrhundert vom heiligen Bruno von Köln, verbinden die Kartäuser Eremitendasein mit wenigen Zeiten der Gemeinschaft. Ein hartes, aber freiwillig gewähltes Leben in absoluter Einsamkeit, in dem es nichts Wichtigeres geben soll als Gott. Als die Suche nach ihm.

In der Kartause von Pavia kann man auch heute noch das eine oder andere Zellenhäuschen besichtigen, in denen die Mönche jeder für sich bis ins Jahr 1782 lebten.

Aber wirklich überwältigend ist die monumentale Renaissance-Klosterkirche Santa Maria delle Grazie, die sich da einfach so auf freiem Feld breit gemacht hat. Hinter der üppigen Fassade öffnet sich ein riesiger, weiter Raum, dessen Gewölbe über und über verziert ist mit golden glitzerndem Schmuckwerk. Und doch ein fantastischer Ort, um zur Ruhe zu kommen und sich von der großen Stille anrühren zu lassen.

Es geht zurück in die Stadt. Doch am Rand, wo Mailand noch ausfranst in grüne Wiesen, ragt auf einmal ein merkwürdiger Turm achteckig aus einer geduckten Backsteinkirche heraus. Das ist das zweite besondere Kloster. Die Chiaravalle, eine Zisterzienserabtei, deren Name nicht ohne Grund die italienische Übersetzung ist vom Französischen Clairvaux, zu Deutsch:„klares Tal“.

Denn Bernard von Clairvaux hat dieses italienische Kloster vor knapp 900 Jahren gegründet, nur wenige Jahre nach dem Start der großen Reformbewegung in Frankreich. Die Architektur von Chiaravalle ist typisch für die Zisterzienser: schlicht und schnörkellos - so wie ihr mönchisches Leben: Nichts soll ablenken von dem, was wirklich wichtig ist im Leben. Für die Mönche war das Gott.

So schlicht diese Kirche ist - auch sie verschlägt einem den Atem. Jenseits des geschnitzten Chorgestühl öffnet sich im Vierungsturm ein Blick wie in eine andere Welt. Wunderschöne Fresken aus der Mitte des 14. Jahrhunderts zeigen vor allem das Leben von Maria.

Hinten in der letzten Bank sitzt einer der Mönche. Schaut nur nach vorn und schweigt. Eine Glocke läutet. Dann singt die Gemeinschaft das Abendgebet. Wie seit Jahrhunderten, während gar nicht weit entfernt die Stadt in ihrem angeblich so wichtigen Getriebe braust.

Ich wünsche auch Ihnen die Erfahrung eines solchen Zeit-Raums der Stille an diesem Sonntag. Aus Münster verabschiedet sich Markus Nolte.

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