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Kirche in WDR 3 | 16.11.2015 | 07:50 Uhr

Pray for Paris

Guten Morgen,

eigentlich hatte ich die Beiträge für diese Woche schon alle im Kasten. Doch dann erreicht mich am Freitagabend beim Feierabendbier über facebook plötzlich die Nachricht eines Freundes, Sport-Reporter bei der Rheinischen Post: „Uns geht es im Stadion gut. Hier ist alles ruhig. Bekommen alles mit, was da draußen passiert. Machen uns Gedanken. Unser Job ist aber jetzt gerade das Spiel.“ Was ist da bei Gianni los? Hoffentlich geht’s ihm wirklich gut...

Und während ich ihm einen guten Wunsch ins Handy tippen will, trifft die erste Meldung trifft ein: Schießerei in Paris, mehrere Tote. Ich komme kaum dazu, mit meinen Tischnachbarn darüber zu sprechen und Gianni weiter zu schreiben, da überschlagen sich die Meldungen aller Nachrichten-Apps plötzlich im Minutentakt und unterbrechen meinen Schreibfluss auf dem Handy. Es hört nicht mehr auf, eine Katastrophenmeldung nach der anderen platzt in den bis dahin gemütlichen und fröhlichen Freitagabend. Plötzlich sitzen alle in der Kneipe da, Gespräche verstummen und jeder starrt nur noch auf sein Handy. „Der Fluch der Informationsgesellschaft,“ denke ich – bin aber selbst mittendrin. So setzt sich das dann die halbe Nacht fort und das Bild des Grauens in Paris mit Texten, Fotos und Videos wird immer genauer, immer schärfer. Noch in dieser denkwürdigen, unruhigen Nacht dann irgendwann der Post, der sich wie ein Lauffeuer im Netz verbreitet: Pray for Paris! Betet für Paris! Fast flehentlich vertausendfacht sich diese kleine Grafik in den sozialen Netzwerken. Ja – betet für Paris, das kann man wohl sagen. Das war auch meine spontane Reaktion. Was sonst machen angesichts dieser Bilder?

Andere haben sich vielleicht schwerer damit getan. So lese ich auf facebook: „Zu wem soll ich denn beten? Zu einem Gott, der DAS zugelassen hat?“ Andere regen sich sogar darüber auf: „Lasst doch diesen Quatsch mit ‚Pray for Paris!‘ Ihr wisst doch gar nicht, wie Beten überhaupt geht! Habt ihr überhaupt schon einmal eine Kirche von innen gesehen?“

Nun bin ich Pfarrer und damit auch für die Gestaltung der Gottesdienste am Sonntag verantwortlich. Auch in denen gibt es Gebete – und damit gleich die nächste herausfordernde Frage: Welche Gebete wählst du in dieser Situation aus? Irgendwie muss sich die aktuelle Situation ja auch im Gottesdienst widerspiegeln, irgendwie muss man doch darauf eingehen...

Im katholischen Messbuch stehen viele Vorschläge für Gebetsreihen, ich stoße eher zufällig auf die „Bei Krieg und Bürgerkrieg“. Ist das nicht zu heftig? Doch schon beim ersten Lesen gefallen mir die kurzen Texte. Besonders gut gefallen hat mir in der speziellen Sprache dieses offiziellen Buches der Kirche von 1975 das Gebet zum Schluss der Heiligen Messe. Das möchte ich ihnen heute morgen nicht vorenthalten. Ich habe nur den Begriff „Krieg“ gegen den Begriff „Terror“ ausgetauscht:

„Herr, du hast uns im Mahl getröstet und gestärkt. Hilf uns, die Schrecken des Terrors dieser Zeit zu überstehen, und gib, dass das Gesetz deiner Liebe und der Gerechtigkeit von neuem herrsche.“

Ob Sie beten oder nicht: Denken Sie in dieser Woche an Paris, an die Angehörigen der Opfer, an die Verletzten in den Krankenhäusern und an die vielen Helfer!

Kommen sie gut in die neue Woche, Ihr Pfarrer Ulrich Clancett aus Jüchen.

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