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Kirche in WDR 4 | 13.09.2016 | 08:55 Uhr

Quellen entdecken

Guten Morgen!

Haben Sie einen Ort, an dem Sie auftanken können?

Bei mir ist das der Rhein, schon von Kindesbeinen an.

Das Geschrei der Möwen und dieser Geruch, der einen selbst in Ruhrort schon ans ferne Meer erinnert; dazu das langsame Tuckern der Schiffsdieselmotoren. Ich genieße es auch heute noch.

In den letzten zwei Jahren hatte ich Gelegenheit, den gesamten Rhein mit dem Rad abzufahren. Von den Anfängen in der Schweiz, wo er noch ungezähmt fließen darf bis zur Mündung in die Nordsee. Doch schon nach hundert Kilometern, entlang der österreichischen Grenze, ist dem Rhein alles Wilde ausgetrieben und er hat nur noch ein enges Kanalbett. Erst am Bodensee darf er sich wieder weiter entfalten. Und ab Basel wird er schiffbar, trägt Lastkähne und später gewaltige Schubverbände.

Hätte er nur die eine kleine Quelle im Tomasee, oberhalb von Andermatt - er würde es nicht weit schaffen. Im Sommer ist er am Anfang eher ein Rinnsal, denn ein Bach.

Aber wie jeder große Fluss wird auch der Rhein von zahllosen Nebenflüssen gespeist, die ihrerseits wieder unzählige Nebenflüsse und Quellen haben. Und jeder dieser Zuflüsse hat seine eigene Farbe und sein eigenes Geräusch. Ich mag das Murmeln der Bäche und das Poltern der Steine, die das Wasser vor sich hertreibt.

Erst die vielen Zuflüsse machen den Rhein zu einem großen und tragfähigen Strom.

Auf meiner Tour den Rhein entlang, hatte ich viel Zeit zum Nachdenken.

Und ich dachte an einige Menschen, mit denen ich in letzter Zeit im Gespräch war. Jede und jeder hatte auf eigene Art viel zu tragen. Belastungen im Betrieb oder auch schwierige Situationen in der Familie.

Und alle waren sich in einem einig: Die persönlichen Belastungen sind immer größer geworden, zumindest unüberschaubarer. Die Anforderungen sind heute so vielfältig und so unscharf, dass es immer schwieriger wird, sie zu erfüllen.

Um im Bild des Flusses zu bleiben: Sie ufern aus. Man sieht kein Ufer mehr.

Und wer kein rettendes Ufer, sprich kein Fortkommen sieht, der schafft immer weniger und wird immer weniger belastbar.

Letztens habe ich bei einem solchen Gespräch einen Mann gebeten, einen Fluss aufzumalen.

Dann habe ich ihn gefragt: „Was ist die Quelle Ihres Lebens? Und welche Zuflüsse gibt es? Wo tanken Sie auf, wo fließt Ihnen Kraft zu?“

Die Quelle war für ihn klar. Das war Gott, irgendwie jedenfalls. Aber da sprudelte nichts mehr. Aktuell war es nur ein kleines Rinnsal, das bei ihm ankam. Und dann kam erst mal nichts. Im Gespräch entdeckte er dann immer mehr Lebensquellen. Ganz alte waren darunter, aber auch ganz aktuelle. Und er musste einige Nebenarme hinzu malen. Inspirierende Begegnungen, liebe Menschen, wohltuende Orte und immer wieder und in allem: Gott.

„Bei dir, Gott, ist die Quelle allen Lebens, in deinem Licht sehen wir das Licht.“ So heißt es in Psalm 36 (V 10).

Vielleicht malen Sie im Lauf des Tages einmal Ihren Fluss des Lebens. Und machen sich auf Entdeckungsreise zu den Quellen und Zuflüssen, die Ihr Leben reich machen und tragfähig.

Ihr Pastor Heinz-Bernd Meurer aus Bottrop.

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