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evangelisch

Hörmal | 11.12.2016 | 07:45 Uhr

Rabbi Arik Ascherman, ein moderner Prophet

Autorin:

Er sieht aus wie einer dieser unerschrockenen Propheten aus den alten Hollywoodfilmen zur Bibel - groß, hager und graubärtig, mit wildem dunklem Haar und einem Blick, der immer ein wenig in die Weite geht: Rabbi Arik Ascherman aus Jerusalem. Und er hat auch einiges gemeinsam mit diesen Propheten. Denn er setzt sich im modernen Israel für Menschenrechte ein, auch für Palästinenser in den besetzten Gebieten:

O-Ton/Overvoice:

(As a religious jew ....) Als religiöser Jude glaube ich natürlich auch, dass Gott dem jüdischen Volk Land versprochen hat. Aber - so heilig das Land Israel auch ist, das Leben eines Menschen ist noch heiliger (... is more holy).

Autorin:

Diese Überzeugung prägt das Leben des gebürtigen US-Amerikaners seit Jahrzehnten. Gleichzeitig macht es ihn zum Gegner etwa der orthodoxen jüdischen Siedler im besetzten Westjordanland. Schon 1988 war Ascherman Mitbegründer der „Rabbis für Menschenrechte“.

2.O-Ton:

(I think what defines a human rights acitvist .... ) Was einen Menschenrechts-aktivisten ausmacht ist - während viele wegschauen oder im Cafe sitzen und sagen, wie schrecklich das alles ist, ist es ist für uns unmöglich, die Situation zu ignorieren oder zu rechtfertigen. Wir können uns nicht einfach abwenden (... can not turn away).

Autorin:

... und so schaut der jüdische Gelehrte genau hin - mit der Bibel und der Menschenrechtscharta in der Hand - und ist oft an den Brennpunkten des israelisch-palästinensischen Konflikts. Beim Protest gegen den Bau von Grenzmauern und Straßen etwa, durch die die palästinensische Bevölkerung immer mehr Land verliert. Oder wenn Soldaten das Haus der Familie eines Attentäters mit Bulldozern niederreißen. Klare Verstöße gegen internationales Recht. Dabei gerät der 57-Jährige selbst immer wieder in Gefahr:

O-Ton/Atmo

Autorin:

Hier bei der Olivenernte etwa im Oktober letzten Jahres in einem palästinensischen Dorf. Dieses Video, das im Internet und weltweit verbreitet wurde, zeigt wie ein schwarz maskierter jüdischer Siedler den Rabbi angreift. Zuerst mit einem Stein, dann mit dem Messer.

Wie jedes Jahr helfen Arik Aschermann und viele Freiwillige als lebende Schutzschilde bei der Olivenernte. Denn dabei kommt es oft zu Übergriffen durch die benachbarten jüdischen Siedler. Bäume werden angezündet, Leitern und Ernte gestohlen.

O-Ton:

For many of us it is incredible to think it is 50 years. It feels like: Wasn’t it just yesterday?

Autorin:

„Viele von uns finden es unglaublich, dass die Besatzung schon 50 Jahre dauert, wir haben das Gefühl: Es war erst gestern,“ sagt Rabbi Aschermann. Die Besatzung begann 1967 mit dem Sechs-Tage-Krieg. 2017 sind es 50 Jahre.

Ein Konflikt um Land und Sicherheit, der ausweglos erscheint. Aber genau wie die alten Propheten begegnet auch der Rabbi dem Alltag mit der Kraft einer biblischen Vision.

O-Ton:

(In the Jewish tradition ....) In der jüdischen Tradition, in der Bibel, gibt es alle 50 Jahre ein Jubeljahr, in dem alles Unrecht wieder gerade gerückt wird. Im 3. Buch Mose heißt es (Kap 25, Vers 10): „... ihr sollt das 50. Jahr heiligen und eine Freilassung ausrufen im Lande für alle, die darin wohnen.“ Daran muss ich bei diesem 50. Jahrestag denken, vielleicht können wir ja ein Jubeljahr daraus machen? (... make it a jubilee)

Siedler attackiert Rabbi:

https://www.youtube.com/watch?v=s3DWelEJ5T4

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