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Kirche in WDR 2 | 05.11.2015 | 05:55 Uhr

Radiobeitrag: Runde Sache

Ich gebe zu: Wegzeichen sind etwas aus der Zeit gefallen. Wer ein Navi hat und auf GPS vertraut, der braucht keine Markierungen mehr, die ihm zeigen, wo es langgeht. Aber früher waren Wegzeichen äußerst wichtig zur Orientierung. Wegzeichen verdanken sich dem einfachen Fakt, dass jemand den Weg vor mir schon mal gegangen ist und eine Spur legt. Mal mehr oder weniger eindeutig. Manchmal sogar in Rätseln: eine Kerbe im Baum oder ein Symbol an einem Stein und die Eingeweihten wissen, wohin es geht.

Das hat dann sogar etwas Spielerisches. Wer Pfadfinder ist oder war, der kennt das vielleicht noch aus den Lagern.

Der Gründer der Pfadfinderbewegung liebte Wegzeichen. Kleine Markierungen, mit denn so viel gesagt werden konnte. Und so wundert es nicht, dass Robert Baden-Powell sogar auf seinen Grabstein ein Wegzeichen setzen ließ: ein Kreis mit einem Punkt in der Mitte.

Ein einfacher Kreis mit Punkt hört sich unspektakulär an, hat aber eine fast dramatische Bedeutung. Pfadfinder weltweit wissen, was Baden-Powell damit sagen wollte. Es ist nämlich die letzte Markierung für ein Pfadfindergeländespiel. Kreis mit Punkt in der Mitte bedeutet: „Ich habe meine Aufgabe erfüllt und bin nach Hause gegangen.“

Das kleine Zeichen auf dem Grabstein sagt vielleicht mehr über ihn aus, als ein ellenlanges Zitat, das er hätte wählen können.

Für Baden-Powell war das Leben alles in allem offensichtlich eine runde Sache, viele seiner Ideen und Visionen hat er in die Tat umgesetzt. Der Tod ist für Baden-Powell keine Sackgasse, sondern Übergang zu einer anderen und eben doch nicht ganz fremden Wirklichkeit.

Beeindruckend: Viele Menschen haben sich über das Leben nach dem Tod Gedanken gemacht, Bibliotheken auf der ganzen Welt sind mit Büchern dazu gefüllt. Baden-Powell braucht nur einen Punkt, einen Kreis und ein Wort: Zuhause. Ich verstehe Baden Powell jedenfalls so, dass das ewige Leben nicht etwas ganz Fremdes und Neues ist, sondern viel mit Vertrautem, Geborgenheit und Heimat zu tun hat.

In diesen Tagen und Wochen besuchen viele Menschen die Gräber ihrer Vorfahren, einen Kreis mit einem Punkt werden wohl die wenigsten finden. Aber die Kreuze oder Herzen sind auch eine Zeichensprache, die die christliche Hoffnung ausdrückt: ihr seid nicht vergessen, sondern nach Hause gegangen.

Copyright Vorschaubild: Simon Harriyott CCBY 2.0 flickr. jpg

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