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Radiogottesdienst | 26.05.2019 | 10:00 Uhr

Radiogottesdienst

Der Gottesdienst

„Suche Frieden und jage ihm nach“ ist das Thema des Gottesdienstes aus der Evangelischen Pfarrkirche in Alpen am Niederrhein. Frieden schaffen: mit Geflüchteten zusammen leben und Musik machen. Sich mit den Gedanken des großen reformierten Theologen Karl Barth auseinandersetzen, dessen berühmte Auslegung vom Brief des Paulus an die Römer sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. Karl Barth setzt sich schon in seiner ersten Gemeinde für bessere Löhne für die Arbeiter ein. Er stellt sich als Theologieprofessor gegen Adolf Hitler und hat maßgeblich die so genannte Barmer Theologische Erklärung entworfen, mit der sich die Bekennende Kirche gegen die nationalsozialistische Diktatur gestellt hat. Die Bekennende Kirche war eine evangelische Bewegung gegen die Vereinnahmung der Deutschen Evangelischen Kirche durch die Ideologie des Dritten Reiches. Die Barmer Theologische Erklärung gehört heute zu den Bekenntnissen der Evangelischen Kirche im Rheinland. Karl Barth hat auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht aufgehört, seine Stimme zu erheben. Er protestiert gegen die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik und warnt vor der Konsum-Gesellschaft. In der Gemeinde Alpen wird vom 26. Mai Pfingsten 2019 die Wanderausstellung „Gott trifft Mensch“ gezeigt, die vom Reformierten Bund in Hannover konzipiert wurde.
In dem Gottesdienst erinnert Pfarrer Dr. Hartmut Becks an ihn und das Engagement seiner Gemeinde – „Suche Frieden und jage ihm nach“: Dieser Auftrag von Gott kann nur mit Mut, Beharrlichkeit und in Gemeinschaft erfüllt werden.
Die Predigt in diesem Gottesdienst hält Pfarrer Dr. Hartmut Becks. Liturgin ist Pfarrerin Heike Becks. Lektor*innen sind Doris Maxsein (Presbyterin), Patrick Depuhl, Hera Becks, Kingsley Obehi.
Musik machen Judy Bailey und Band, der Projektchor „Home“ unter Leitung von Michael Schmitz, an der Orgel ist Lothar Rehfuß.


Die Kirchengemeinde

Die evangelische Kirchengemeinde Alpen ist eine Landgemeinde im vorwiegend katholisch geprägten Niederrhein. Die ca. 3700 Gemeindeglieder verteilen sich auch auf die verschiedenen Ortsteile und Dörfer, die jeweils ihre eigenen Besonderheiten und Traditionen haben. In den Dörfern Alpsray und Menzelen-Ost befinden sich evangelische Gottesdienststätten, auch Gemeindeveranstaltungen und Jugendeinrichtungen sind zum Teil dezentral. Dennoch ist die Evangelische Pfarrkirche in Alpen für die Gesamtgemeinde der wichtige geistliche Identitätspunkt.

Ganz herausragend ist das ehrenamtliche Engagement in Alpen: Über 250 Ehrenamtliche und 20 Hauptamtliche wirken und arbeiten hier mit. Neben den innergemeindlichen Gruppen und Kreisen gibt es einen besonderen Schwerpunkt in der diakonischen Arbeit: Im „Amaliencafé“ zum Beispiel, einem öffentlichen Begegnungscafé. Oder in der Kleiderstube, der Flüchtlingshilfe oder der „Tafel“, um nur einige Beispiele für die Projekte der Gemeinde zu nennen.
Nach wie vor haben darüber hinaus der Gottesdienst und die Verkündigung einen sehr hohen Stellenwert bei vielen. So bietet die Gemeinde TEMPORA-Andachten am Samstagabend an, Sondergottesdienste und viele andere liturgische Formen. Wichtig ist der Gemeinde, dass immer auch deutlich wird: Das Evangelium ist aktuell und relevant für heutige Entscheidungen jedes einzelnen Christen, jeder einzelnen Christin. Deshalb hebt sie auch immer die politische Dimension der Verkündigung hervor. Neben der Politik gilt das ebenso für Kunst und Wissenschaften. Sich engagiert und kritisch aus dem Blickwinkel des christlichen Glaubens mit allen Fragen der Gegenwart auseinanderzusetzen – das ist das Ziel und ganz selbstverständlich für die Mitglieder dieser reformierten Gemeinde. Ganz im Sinn des bedeutenden Theologen Karl Barth. Wenn man ihm vorwarf, dass er die Politik mit der Religion vermischte und sich für die unterbezahlten Arbeiter einsetzte und die Nationalsozialisten bekämpfte, dann konterte er: Wenn Gott Freiheit schenkt, dann will er auch politische Freiheit schenken. Auch der Staat hat dem Willen Gottes zu dienen. Sache der Christen sei es, für den Staat zu beten. Aber wofür man bete, dafür müsse man auch etwas tun. Und so half Karl Barth auch praktisch. Als er von Deutschland in die Schweiz ausgewandert war engagierte er sich in der Schweizer Flüchtlingshilfe und in einem Hilfsprogramm für die deutschen Pfarrfamilien in der Bekennenden Kirche. (Zitiert nach Feiertag im Deutschlandfunk Kultur, Christina-Maria Bammel und Angelia Obert, „Sich im Ernst auf Gott einlassen – Was von Karl Barth zu lernen bleibt“, 5.5.2019)


Die Kirche

Die Evangelische Pfarrkirche in Alpen ist die älteste reformierte Pfarrkirche Deutschlands. Die Evangelische Kirchengemeinde Alpen blickt auf eine sehr lange reformierte Tradition zurück. Schließlich gab es schon 1559 einen evangelischen Pfarrer, der vom Presbyterium gewählt wurde. Aus dem Ortsbild von Alpen ist die „weiße Kirche“ mit ihrem eindrucksvollen Schweifhaubenturm („Zwiebelturm“) nicht wegzudenken. Sie gilt heute als die älteste reformierte Pfarrkirche Deutschlands.
Als die Kurfürstin Amalia von der Pfalz, die einst auf dem Alpener Schloss geboren war, 1598 als Witwe in „ihr Städtgen“ zurückkehrte, beauftragte sie den berühmten Renaissancebaumeister Johannes von Pasqualini den Jüngeren zum Bau dieser Saalkirche nach den neuen Prinzipien der reformierten Lehre. Nach 1602 entstand so ein bis heute eindrucksvoller Raum. Ganz bewusst hat man die Aufmerksamkeit auf die Verkündigung des Wortes Gottes gelegt und hat eine übergroße Kanzel angebracht. Deshalb spricht man auch von einer Predigtkirche. Der Raum ist hell, die Bauherren verzichteten auf Stufungen – so wird deutlich: In der refomierten Kirche geht es demokratisch zu. Pasqualini schuf auch das einzigartige Renaissancegrabmahl für die Kurfürstin und Angehörige der gräflichen Familie. In der Krypta wurde übrigens auch der erste Ehemann Amalias, Hendrik von Brederode beigesetzt. Er gilt als der mutige Freiheitsführer der Niederlande an der Seite Willem von Oraniens und wird daher auch der „große Geuse“ genannt.
Nach einem Stadtbrand im Barockzeitalter wurde die Kirche noch einmal von dem italienischen Baumeister Bartholomeo Salla im Barockstil renoviert und erhielt ihren heute so markanten Zwiebelturm. Auch die wertvolle Teschemacher-Orgel wurde in dieser Zeit in der Kirche errichtet. Viele kunstgeschichtlich sehr bedeutende Gegenstände sind erhalten. Darunter eine Staatenbibel und auch der Abendmahlskelch von 1604 und die Patene aus dem 30-jährigen Krieg.


Die Musik

Orgel: Lothar Rehfuß
Band und Gesang: Judy Bailey und Band
Chor: Projektchor „Home“ unter Leitung von Michael Schmitz
Solistin: Sidra

Wir singen aus dem Evangelischen Gesangbuch folgende Lieder:
eg 671,1-3 Unfriede herrscht auf der Erde (Rheinisch, westfälisch, lippisches Gesangbuch)
eg 428,1.3.5 Komm in unsre stolze Welt
eg 432,1-3 Gott gab uns Atem
eg 170,1-3 Komm, Herr, segne uns


Die Mitwirkenden

Pedigt: Pfarrer Dr. Hartmut Becks

Liturgin: Pfarrerin Heike Becks

Lektor*innen: Presbyterin Doris Maxsein, Patrick Depuhl, Hera Becks, Kingsley Obehi 

Kirchliche Leitung: Landespfarrerin Petra Schulze, Die Evangelische Rundfunkbeauftragte beim WDR

Gemeinde: http://www.evangelische-kirchengemeinde-alpen.de/index.php?id=startseite

Wanderausstellung Karl Barth:
http://www.evangelische-kirchengemeinde-alpen.de/fileadmin/kgm/Service/GemeindebriefAktuell/Wir_2019_1.pdf und
https://www.karl-barth-jahr.eu/Wanderausstellung-19593-405-0-65.html

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