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Kirche in WDR 2 | 09.09.2016 | 05:55 Uhr

Rat der Fußpflegerin

Anruf am Nachmittag. Eine junge Frau möchte eine "Traufe", also eine kirchliche Trauung mit der Taufe des Babys des Paares. Die Familie wohnt in einem kleinen Ort im Speckgürtel der Großstadt. Die junge Mutter war früher Messdienerin und bittet nun um die Sakramente der Taufe und der Ehe.

An ihrem neuen Wohnort sagte der Geistliche, der Hochzeit und Taufe begleiten sollte, es dürften nur Lieder aus dem Gotteslob, also dem Gebetbuch gesungen werden. Sie wünscht jedoch, dass ihr Lieblingslied bei der Hochzeit gesungen wird. Fehlanzeige.

So telefoniert sie nach einem Pfarrer oder Diakon, der das gut findet. Die Fußpflegerin der Mutter hatte sie an mich verwiesen. Leider kann ich am gewünschten Termin nicht, da ich schon bei zwei Hochzeiten an diesem Tag den Brautpaaren assistiere. Trauen, also das Sakrament spenden, das machen die Paare ja gegenseitig. Diakon oder Priester sind nur Assistenten.

Was kaum einer weiß: eine kirchliche, katholische Trauung kann sogar vor dem Standesbeamten oder Standesbeamtin geschehen. Dann assistieren er oder sie eben. Öfter geschieht sie ja in einer evangelischen Kirche, bei einer konfessionsverschiedenen Ehe. Dann braucht nicht unbedingt ein katholischer Geistlicher dabei zu sein. Für das Sakrament braucht es keinen Priester oder Diakon..

Eine Trauung vor dem Standesbeamten mit Sakramentenspendung kommt natürlich selten vor. In 38 Jahren als Priester habe ich es einmal erlebt. Das Paar wollte feierlich in der Kirche heiraten, da starb plötzlich der Vater der Braut. An eine Feier war nicht zu denken. Beide wollten aber das Sakrament vor Gott spenden. Das geschah dann im kleinen äußeren Rahmen vor der Standesbeamtin.

Wie konnte ich der jungen Frau mit der "Traufe" helfen? In Köln gibt es zum Glück drei spezielle Traukirchen, die auf die Wünsche der Paare eingehen. Im Internet: www.meinetraukirche.de. Die drei Kirchen bieten jeweils Gottesdienste mit verschiedener Gestaltung an: eher traditionell, ernst und feierlich, eher modern.

Die Trauung ist ja wohl das individuellste, persönlichste Sakrament, die Eheleute spenden es sich gegenseitig. So muss unbedingt auf die Wünsche der Brautpaare für die Gestaltung eingegangen werden, finde ich. Hier gilt ein altes Sprichwort: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Und die Brautpaare gehen -wie schade.

Franz Meurer, Köln

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