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Hörmal | 31.10.2017 | 07:45 Uhr

Reformation: Was bedeutet das für uns heute

Ein einmaliger, gesetzlicher Feiertag.

Heute, der 31.Oktober 2017.

Einmalig, weil - da haben dann alle frei.

Feiertag, weil – die Evangelischen den Reformationstag feiern.

Am 31. Oktober jährt sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther – der Überlieferung nach – an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg schlug. Das feiern wir.

95 Thesen gegen den Papst und das Sich-frei-kaufen von Sünden mit Geld. „Das Reformationsjubiläum 2017 ist im Kern ein Christusfest, das die Botschaft von der freien Gnade Gottes ausrichten will an alles Volk.“ Sagt der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

Freie Gnade Gottes! Wer versteht das noch?

Freie Gnade, das heißt doch: Gott liebt mich so, wie ich bin. Gerecht allein aus Glauben nicht aufgrund meiner tollen Werke oder einer großen Spende! Das war die Botschaft von Martin Luther. Das war revolutionär. Das war die Geburtsstunde der evangelischen Kirche. Das war vor 500 Jahren.

Und jetzt?

Ich meine: Mal ehrlich: Wen interessiert das - noch?

Wer hat denn heute eine Problem mit der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, aus des Stückes Werken oder der freien Gnade Gottes?

Wer?

Nicht das sie mich falsch verstehen.

Ich bin evangelisch und glaube, dass das in der Bibel genauso gemeint ist:

Zuerst kommt Gottes Liebe, dann - was ich tue, oder eben nicht tue.

Gott ist nicht kleinkariert und zählt nach, ob es reicht - bei der Endabrechnung nach dem Tod. Ob es denn reicht für seine Liebe, sein Erbarmen, seine Befreiung.

Also: Was ist wichtig?

Für mich ist wichtig, dass der Gott, von dem wir durch Jesus wissen, mich liebt und meinen nahen und fernen Nächsten– unabhängig von dem, was ich tue oder eben nicht tue.

Unabhängig davon, ob mir der nahe oder ferne Nächste passt oder eben nicht.

Er oder sie ist: Bruder oder Schwester. Geschöpf Gottes.

Ob nun Flüchtling oder fanatisch Rechtsradikal.

Er oder sie bleibt Nächster.

Der fanatisch Rechtsradikale ist sicherlich in die Irre gegangen; aber Mensch Gottes.

Das Gott immer ein MEHR an Möglichkeiten offen hält, als ich mir vorstellen kann, daran glaube ich.

Und - da ist Martin Luther wieder zu danken – das alle Menschen, also auch alle Christen, vor Gott – oder für Gott –gleich und frei sind.

Noch einmal: Für wen außerhalb der eigenen Reihen könnte das interessant sein?

Ich meine:

Das Reformationsfest ist durchaus eine Gelegenheit, ein Beispiel zu geben, wie sich das Gespräch zwischen Gegnern, ja Feinden entwickeln kann.

Die katholische Kirche war der Gegner, wie die evangelische der Gegner für sie war.

Und: Ja, - das noch immer Trennende zwischen den Konfessionen ist erheblich und nicht schön zu reden. Aber DAS miteinander geredet, verhandelt, und gerungen wird, ist großartig und zugleich noch nicht genug.

Kein Einheitsbrei, keine unüberwindbaren Hürden: versöhnte Verschiedenheit.

Stolz evangelisch und in einem wirklich interessierten Gespräch.

Mit Juden, Katholiken, Moslems, und allen, die auf einen Gott hoffen.

Und somit: Ist der Reformationstag heute ein Feiertag für alle.

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