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Kirche in WDR 5 | 31.03.2018 | 06:55 Uhr

Risiko

Guten Morgen!

Hand auf’s Herz: Sind sie mutig? Eine Grenzgängerin oder ein Draufgänger? Oder eher zurückhaltend, vielleicht sogar Angsthase? Oder mal so und mal so? Der eine liebt das Abenteuer, die ständige Herausforderung; kann es kaum erwarten, wieder einmal die eigenen Grenzen zu erspüren. Die andere mag es eher kontrollierter, wägt alle Eventualitäten ab und schätzt die Risiken ein. Für den Fall, dass etwas schief geht, steckt der Notfallplan schon in der Tasche. Mit dem Risiko ist das nämlich so eine Sache. „No risk, no fun“, heißt es zwar, also: Ohne Risiko keinen Spaß. Aber auch: „Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.“ (Jesus Sirach 3,22). Das steht sogar schon in der Bibel so. Das ist ziemlich pessimistisch gedacht. Denn es muss ja nicht immer was passieren. Und deshalb würde ich den Spruch gern etwas abändern: Wer sich in Gefahr begibt, kann darin umkommen – muss aber nicht.

Wenn ich mich in Gefahr begebe - zum Beispiel in den Bergen oder auf hoher See, im Abenteuerurlaub oder als Helfer in der Not - dann kann das gefährlich sein. Was kann verhindern, dass ich darin umkomme? Eine gute Ausrüstung ist wichtig. Ganz klar. Bergwanderer tragen heute keine genagelten Schuhe und Lodenjacke mehr. Da ist die Technik schon ein bisschen weiter und erleichtert so manchen Gipfelsieg. Und trotzdem zeigt der Berg hin und wieder, dass er sich nicht vollends bezwingen lässt.

Auf den Weltmeeren hingegen macht es die moderne Navigation nahezu unmöglich, dass sich heutzutage noch ein Schiff verirrt. Und auch die meisten Rettungskräfte sind in den meisten Fällen so gut ausgerüstet, dass das Helfen sie selbst eigentlich nicht in Gefahr bringen sollte.

Wichtig bei all dem ist auch, dass ich meine Leistungsfähigkeit und meine Fertigkeiten richtig einschätzen kann. Da muss ich ehrlich sein vor mir selbst. Wo es darum geht, ein Risiko einzugehen, darf ich mir nicht selbst was in die Tasche lügen. Sonst bringt das Risiko wenig „Fun“. Und dann kommt der letzte Punkt; vielleicht der wichtigste: Ich brauche Vertrauen. Richtige Ausrüstung und gute Vorbereitung sind unerlässlich. Aber ich muss auch vertrauen können: Zunächst mir selbst. Besonders darauf, dass ich Situationen richtig einschätzen kann. Und genauso muss ich in der Lage sein, anderen zu vertrauen. Kollegen, Begleiterinnen, Freunden. Ein Risiko kann man am besten bezwingen oder abwenden, wenn man nicht alleine unterwegs ist. Auch wenn es manche Einzelgänger gibt, die am liebsten alles mit sich alleine ausmachen. Und bei den unfreiwilligen Grenzsituationen des Lebens ist noch jemand da, der mich hält. Ich weiß Gott an meiner Seite, wenn ich selbst nicht mehr kann. Wenn ich krank bin, allein bin, mich verrannt habe auf dem Lebensweg. Wenn ich im dunklen Tal wandere. Manchmal will ich ja gar kein Risiko eingehen und gerate trotzdem in Gefahr. Dann nutzt mir die beste Ausrüstung nichts. Dann ist es umso wichtiger, dass vertraute Menschen an meiner Seite sind. Und es ist gut, dass ich weiß: Gott ist an meiner Seite. Im Leben und im Sterben. Ich bin nie ganz allein.

Dass Sie heute behütet sind, das wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Bernd Becker aus Bielefeld.

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