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Kirche in WDR 5 | 27.02.2017 | 06:55 Uhr

Rosenmontag

"Warum gerade ich?" dachte ich, als ich die Termine der Radioandachten für dieses Jahr bekam. Ich am Rosenmontag? Dagegen sprechen drei Gründe. Ich komme aus Norddeutschland. Und da ist uns die Bütt so weit weg wie die Maß auf der Wiesn.

Dann bin ich evangelisch, sogar evangelisch-freikirchlich und Karneval ist für mich einfach katholisch! Und außerdem war ich lange Zeit ein Fan der Kölsch-Rock-Band BAP. An das Lied "Nit für Kooche" kann ich mich immer noch gut erinnern. Das ist ein Anti-Karnevalslied: Selbst wenn ich Kuchen bekäme, würde ich nicht zum Karneval gehen, heißt es da.

Das sind nicht die besten Voraussetzungen, um für die drei nächsten Tage die Andachten zu machen. "Was tun?" sprach Zeus. Erst mal klären, was das überhaupt ist, Rosenmontag. "Rosen" kommt von "rasen", das ist doch klar. Also die Leute rasen, toben, tollen durch die Straßen, oder? Ein Blick ins Lexikon zeigt: Es gibt noch eine andere Erklärung für das Wort "Rosenmontag". Die gefällt mir besser. Seit dem 11. Jahrhundert verlieh der Papst eine goldene Rose. Und zwar am Sonntag "Lätare". Lätare ist Lateinisch und heißt "Freue dich!" Dieser Sonntag war gestern (1) und heißt deshalb auch "Rosensonntag". Und der soll später auf den Montag abgefärbt haben und schon sind wir bei Rosenmontag. Eine geschenkte goldene Rose als Ursprung für den Rosenmontag! Ist mir lieber als rasende Jecken. Ich bin eben aus Norddeutschland!

Diese goldene Rose übrigens bekamen Menschen, die sich für die Kirche eingesetzt hatten, die viel Gutes getan hatten. Toller Brauch! Da sagt die Kirche einfach mal Danke mit einem kostbaren Geschenk. Einem sehr kostbaren Geschenk. Und so stehen auf der Liste der Empfänger dann auch Fürsten, Königinnen und andere reiche und einflussreiche Menschen. Na ja, die konnten sich das Gute tun auch bestimmt ziemlich einfach leisten. So ist es bei uns: Wer was schafft, der kriegt was!

Nur bei Gott, da ist das ja anders! Gott sei Dank! Da muss ich nicht erst Fürst oder reich werden. Da muss ich nicht erst viel Gutes tun um was zu bekommen. Bei Gott bekommt jeder goldene Rosen geschenkt, jeder der es möchte!

Jesus hat da mal ein Gleichnis erzählt. (2) Da ist ein Großgrundbesitzer. Und der braucht Arbeiter, Tagelöhner. Und er geht an einem Tag fünf Mal los und stellt Leute ein. Als es am Abend ans Bezahlen geht, bekommen alle den gleichen Tageslohn, egal ob sie zehn, fünf oder nur eine Stunden gearbeitet haben. Ungerecht schreien natürlich die, die den ganzen Tag geschuftet hatten. Nee, nee, sagt der Großgrundbesitzer, das ist gütig von mir, oder einfach großzügig.

Genau so wie in dem Gleichnis kann unsere Wirtschaft natürlich nicht funktionieren, denn dann würden wir alle wahrscheinlich nur noch eine Stunde am Tag arbeiten. Aber Jesus wollte auch nicht den Markt erklären, sondern etwas von Gott klarmachen: Gott ist gütig, großzügig und gnädig. Bei ihm gibt es für alle goldene Rosen, nicht nur am Rosensonntag und nicht nur am Rosenmontag. Aber da auch. Ja.

Ihr Pastor Heddo Knieper aus Herne, gerne!

( 1 ) Leider ist hier ein Fehler unterlaufen: Der gestrige Sonntag (26.02.2017) war Estomihi. Lätare ist im Jahr 2017 erst am 26. März 2017.

( 2 ) Matthäus 20,1-15

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