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evangelisch

Hörmal | 15.03.2015 | 07:45 Uhr

Rosensonntag

Ich bin evangelisch, aber ich möchte heute an eine wunderbare katholische Tradition erinnern. Denn in einer alten Tradition der katholischen Kirche ist heute „Rosensonntag“. Leider ist die Tradition heute kaum mehr bekannt. Es war im 11. Jahrhundert: Der Papst ließ sich an diesem Sonntag eine goldene Rose reichen, weihte sie feierlich und überreichte sie einer um Glauben, Gott und Kirche besonders verdienten Persönlichkeit.

Rose, wem Rose gebührt, sozusagen. – Das könnte sich der Blumenhandel heute nicht schöner ausdenken. – Eine wunderbare Handlung. Ein Mensch bekommt aus Dankbarkeit eine Rose verliehen. Ein besonderer Mensch, eben weil er sich für den Glauben, die Kirche, die Liebe eingesetzt hat.

Leider sind aus dem Vatikan keine Listen überliefert, wer warum vom Papst mit einer Rose ausgezeichnet wurde. Da kann man nur mutmaßen. Vielleicht hat der Papst mit der Rose auch Politik gemacht und sie ganz bewusst Herrschern überreicht, die für seine Interessen von Bedeutung waren. Wer weiß …

Martin Luther, dem Begründer der evangelischen Kirche, hätte er bestimmt keine Rose verliehen. Aber Martin Luther hätte die Idee mit der Rose gefallen. Denn die Rose war seine Lieblingsblume und er machte sie sogar zu seinem Familienwappen. In einem Brief an einen Freund im Sommer 1530 schreibt Martin Luther warum: „Die Rose steht für den Glauben und sie gibt Freude, Trost und Frieden“. Und die Rose, das hat Luther auch betont, ist die Blume der Engel. Und das gelte besonders für die weiße Rose, denn sie ist wie „zartes Abbild der künftigen himmlischen Freude“.

Wieder einmal darf man sagen: Die christlichen Konfessionen, evangelisch und katholisch, verbindet viel, viel mehr als sie trennt. Und das gilt sogar bei Martin Luther. Für mich ist daher die Rose heute nicht nur eine Blume für Verliebte, sie ist auch ein Symbol für die Eintracht zwischen den Kirchen. Und sie ist ein Zeichen dafür, dass der Glauben die Menschen zusammen führt.

Allerdings, einen Unterschied gibt es dann doch: Der Reformator Martin Luther hätte nicht wie der Papst nur eine Rose verliehen, sondern ganz viele. Denn „heilig, recht und würdig“ sind nach reformatorischer Einsicht nicht nur Einzelne, sondern grundsätzlich alle Menschen.

Ich glaube, es wird Zeit, eine alte Tradition, die des Rosensonntags, wieder in Erinnerung zu rufen. Denn die Wertschätzung des Anderen kommt in unserer hektischen Zeit oft zu kurz. Wir lernen eigene Ansprüche anzumelden – das ist auch gut so. Wir lernen, eigene Vorteile zu erkennen – auch das ist eine Lebenskunst. Denn, wie hieß es viele Jahre in einem Werbeslogan: „Unterm Strich zähl ich“. – Aber der Reichtum meines Lebens entfaltet sich eigentlich erst im Miteinander mit anderen Menschen.

Und so darf heute jeder Mensch, finde ich, in einer Hinsicht auch etwas „päpstlich sein“: Schenken Sie einem anderen Menschen eine Rose! Als Zeichen dafür, dass er Ihnen wichtig ist, lieb und wertvoll. Verschenken Sie eine Rose, in Ihrem Namen, aber gerne auch, wie es der Papst gemacht hat, in Gottes Namen. Jeder von uns ist es wert!

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