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Kirche in WDR 2 | 15.01.2015 | 05:55 Uhr

Rückkehr in den Alltag

Guten Morgen!

Für mich ist der Morgen dann gut, wenn alles am richtigen Platz ist: der Wecker zum Ausschalten, das Handtuch für die Dusche und die Zahnpasta mit der Zahnbürste. Gewohnheit schafft Sicherheit. Und Sicherheit brauche ich gerade morgens, wenn meine Sinne noch nicht ganz wach sind. Da bin ich ganz Gewohnheitstier, wie viele andere Menschen auch. Durch die Pflege von Gewohnheiten wird ja versucht, sich – bewusst oder unbewusst – letztlich vor der Willkür des Schicksals zu schützen.

Und wehe, wenn die Gewohnheit irritiert wird. Das fängt schon damit an, dass die plötzliche Umleitung auf dem Weg zur Arbeit mich aus meiner Zeitplanung wirft oder der Ausfall meines Computers das Arbeiten unmöglich macht. Ärger zieht dann auf und die bange Frage: Schaffe ich all das noch, was heute anliegt oder was ich mir vorgenommen habe? Kurz: Jede Störung der Gewohnheit schafft Unsicherheit.

Wenn das schon im Kleinen gilt, welche Konsequenzen hat das erst im Großen?

Ganz extrem war das heute vor einer Woche: Die unerwartet brutalen Terroranschläge in Paris haben die Menschen geschockt und sie aus ihren vermeintlichen Sicherheiten gerissen. Eine Stadt – mehr noch – eine ganze Nation, – ja – ganz Europa stand Kopf, weil der gewöhnliche Alltag jäh durchbrochen wurde.

Und ganz schnell fragten auch hier in NRW viele, ob solche Bluttaten auch in Deutschland passieren können. Politiker haben es deutlich gesagt, es gibt keine absolute Sicherheit vor dem Terror. Das Außergewöhnliche kann immer passieren – so sehr das auch unserem Bedürfnis nach Sicherheit widerspricht. Selbst die besten Gewohnheiten, wie sie im Kleinen oft hilfreich sind – sie können hier nicht schützen.

Kein Wunder, dass es so schwer fällt, Alltag und Gewohnheiten wieder einkehren zu lassen – in Frankreich noch mehr als in Deutschland.

Der Extremfall des Terrors, der den Alltag grausam durchbrochen hat, hat aber eines deutlich werden lassen: Die Absicht der Terroristen ist nicht aufgegangen: nämlich Spaltung zu erzeugen zwischen den verschiedenen Religionen und Bekenntnissen. Ganz im Gegenteil. Die eigentliche Trennung verläuft vielmehr zwischen den Menschen, die Terror verbreiten, und denjenigen, die in Frieden leben wollen, unabhängig, welcher Religion, welcher Nation und welcher gesellschaftlichen Gruppe sie angehören.

Wenn diese Erfahrung im Alltag mehr präsent wäre, wenn diese Überzeugung zur guten Gewohnheit würde: Muslime, Juden, Christen, Menschen guten Willens, stehen zusammen, wenn es um die Verteidigung von Menschenrechten geht, wenn es Freiheit, Toleranz und Menschenwürde zu schützen gilt, das wäre zwar auch kein Garant für eine absolute Sicherheit, aber es wäre beruhigend.

Eine Woche nach dem Terror von Paris: Rückkehr in den Alltag. Zurück zu den Gewohnheiten, die letztlich mehr Sicherheit schaffen wollen. Ob das ohne weiteres geht – wird man sehen.

Aber es gibt auch noch eine Gewohnheit, die alle Religionen verbindet: das Gebet. Und ich denke: Das Gebet füreinander – so verschieden die Menschen auch sein mögen – das Gebet füreinander wäre eine gute Gewohnheit, die mehr Sicherheit schafft.

Kommen Sie sicher durch den Tag.

Copyright Vorschaubild: Ben Ledbetter, Architect CCBY 2.0 flickr

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