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Kirche in WDR 4 | 23.01.2014 | 08:55 Uhr

Ruf und Berufung

Liebe Hörerin, lieber Hörer, was fällt Ihnen ein, wenn Sie die Worte „Ruf“, „Beruf“ und „Berufung“ hören? Man könnte an ganz profane Dinge denken wie den guten Ruf, den wir nicht verlieren möchten, einen passenden Beruf, den wir uns wünschen, und die Berufung ins Beamtenverhältnis, die Sicherheit gibt.

Wir könnten auch daran denken, dass wir vor Gericht in die Berufung gehen.

Manchmal aber blitzt etwas von dem alten Glanz des Wortes auf, zum Beispiel dann, wenn unser äußerer Beruf mit unser inneren Berufung übereinstimmt und wir sagen: „Ja, ich darf wirklich das tun, wozu ich mich berufen fühle.“

Zum ehrenden Gedenken an Nelson Mandela, dem verstorbenen großen Südafrikanischen Staatsmann, hat der Fernsehsender ARTE unter dem Titel „Nelson Mandela – Der Versöhner“ eine Biografie von Clifford Bestall gezeigt. In der Ankündigung dazu hieß es:

Sprecherin: [Diese Biografie] erzählt die Geschichte des Mannes hinter dem Mythos und beleuchtet Mandelas Charakter, Führungsstil und Leben. […] angefangen bei Mandelas "königlicher" Erziehung in der ländlichen Transkei, wo alte Häuptlinge sich noch heute an den kleinen Jungen erinnern. Und wo Tradition und königliches Vorrecht seine Werte und Einstellungen prägten, bis zu Erzählungen ehemaliger Weggefährten über seine Selbstdisziplin, sein Bemühen um den Schutz seiner Privatsphäre und seine frühe Einsicht in die eigene Berufung. (1)

Frühe Einsicht in die eigene Berufung. Offensichtlich gibt es das wohl auch heute noch. Ja es scheint so, als hätten wir es heute besonders nötig, dass Menschen ihrem inneren Ruf folgen, der sie bindet. Die derzeit laufenden Strafprozesse gegen kriminelle Banker und der Aufstand der Besitzenden und Wohlhabenden in Thailand gegen die Demokratie zeigen, wohin es führt, wenn ethische und religiöse Bindungen sich auflösen und Menschen sich statt an ihren inneren Ruf an ihre materiellen Interessen binden.

Das Beispiel Mandelas dagegen zeigt, welche Kräfte freigesetzt werden können, wenn Menschen ihrer inneren Berufung treu bleiben. Wir dürfen Menschen wie Nelson Mandela sicherlich einen Menschenfischer par excellence nennen. Er hat viele Menschen für das Werk der Versöhnung gewonnen.

Ihrer Berufung folgten auch Simon und sein Bruder Andreas:

Sprecherin: „Folgt mir nach; ich will euch zu Menschenfischern machen!“ forderte Jesus sie auf. „Sogleich verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach.“

Für die beiden Fischer, die am Galiläischen Meer ihre Netze auswarfen, war dieser Ruf Berufung. Das sollte ein Muster sein, für das Leben überhaupt. Mit diesem Ruf des Simon und Andreas begann laut dem Markusevangelium das öffentliche Wirken Jesu. Der Ruf in den Glauben ist zugleich ein Ruf zur Umkehr vom alten und die Berufung zu einem neuen Leben. Und das neue Leben ist in sich selbst ein Gottesdienst im Alltag der Welt. Der Theologe und Journalist Jochen Klepper dichtete vor nunmehr 76 Jahren:

Sprecherin: „Er spricht wie an dem Tage, da er die Welt erschuf.

Da schweigen Angst und Klage; nichts gilt mehr als sein Ruf.

Das Wort der ewgen Treue, die Gott uns Menschen schwört,

erfahre ich aufs neue so, wie ein Jünger hört.“ (2)

Im Moment hören Sie meine Stimme und diese Andacht im Radio. Vielleicht hören Sie darin und dabei auch noch diesen anderen, besonderen Ruf, der Sie an Ihre persönliche Berufung in diesem Leben erinnert. Der Ruf Jesu: „Folge mir nach!“ will Sie Ihrer Berufung froh und gewiss machen und mit allen denen verbinden, die eben diesem Ruf folgen.

Dieses Hörerlebnis wünscht Ihnen – nicht nur im Radio - Ihr Pfarrer Dieter Beese aus Bochum.

(1)http://programm.ard.de/?sendung=2872411405682742, abgerufen am 12.12.13

(2)EG 452,2

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