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Kirche in WDR 5 | 09.07.2016 | 06:55 Uhr

ruhen

Guten Morgen! Es ist schön bei uns zu Hause. Ich wohne in einer ruhigen Gegend. Es macht mir Spaß, meine kleine Runde zu drehen durch unser Viertel mit seinen Gärten. Kürzlich bin ich wieder mal bei einem Nachbarn vorbeigekommen. Der ist jetzt im Ruhestand und hat dazu eine Bank geschenkt bekommen. Die hat er nun in den Vorgarten gestellt. Aber das ist noch nicht alles. Auf der Bank sitzt eine Figur – die Zeitung vor dem Gesicht, offensichtlich sehr entspannt und mit sich und der Welt zufrieden.

Ich muss schmunzeln. Denn ich ertappe mich dabei, wie ich mir ausmale: Gott selbst sitzt am siebten Tag wie ein Rentner auf der Gartenbank. So ruht er sich von den Werken seiner Schöpfung aus. Sechs Tage lang hat er alles geschaffen, Himmel und Erde, Pflanzen, Sonne, Mond und Sterne, Tiere und Menschen. Jetzt macht er Pause und liest in der Zeitung. Die beschert ihm eine gute Presse am siebten Tag der Schöpfung: „Und siehe, es war alles sehr gut.“ Gott kann zufrieden sein.

Eine schöne Vorstellung, finde ich, aber eben leider nur eine schöne Vorstellung. Wenn ich dagegen heute die Zeitung aufschlage, kann ich nicht zufrieden sein. Das gegenwärtige Weltgeschehen hat keine gute Presse: Religiöse und weltanschauliche Fanatiker und Fundamentalisten wissen vor lauter Aufgeregtheit, Aggressivität und Angst gar nicht, wo sie sich lassen sollen. Aber auch bei den Normalbürgern ist der Ton rauer geworden. In mir macht sich das beunruhigende Gefühl breit: Aufpassen. Es kann jederzeit krachen. Das kann auf die Dauer nicht gutgehen.

Wie menschenfreundlich und beruhigend ist demgegenüber die Vorstellung von einem Gott, der sein Werk getan hat, und auch mal Ruhe gibt, sich zur Ruhe setzt und sogar seine Schöpfung einen ganzen Tag lang in Ruhe lässt. Wie sehr muss ein solcher Gott, der das kann, in sich selbst ruhen. Er muss seine Geschöpfe nicht ständig kontrollieren sondern gönnt sich und ihnen Ruhe. Das nenne ich souverän!

„Sechs Tage lang sollst du arbeiten, aber am siebten Tage sollst du ruhen!“ (2. Mose 34,21) Gott macht es vor, und mir tut es gut, es ihm nachzumachen. Gott gibt Ruhe, ich nehme diese Ruhe an. Und dann mache ich die Erfahrung: Ich beginne ebenfalls in mir selbst zu ruhen. Das entspannt, und es macht gelassen. Was für eine heilsame Unterbrechung!

Sicher ruhen, am besten in Mamas oder Papas Arm – das brauchen auch Neugeborene. Daran muss ich gerade denken, wie das war: Ich habe gespürt: Dieses verletzliche und schutzbedürftige Leben braucht Ruhe und Besonnenheit, damit es gut gedeihen kann. Erst so kann es sich in seiner ganzen Lebendigkeit und Spontaneität entwickeln und entfalten. Und dann darf auch munter geschrien und gestrampelt werden.

Wochenende. Je nach Wetter bietet sich die Gartenbank an, die Bank am Kaffeetisch oder im Biergarten. Auch die Kirchenbank soll nicht vergessen sein. Zur Ruhe kommen am siebten Tag, das Gotteslob singen und klingen lassen, sich erinnern an Gottes Wege mit mir und an meine Wege mit ihm, für andere beten, Gemeinschaft im Glauben erfahren, gern gesehen ankommen und gesegnet wieder gehen – wie wär‘s? Sie sind morgen, am Sonntag herzlich eingeladen zum Gottesdienst in Ihrer Gemeinde, ganz in Ruhe.

Und damit verabschiedet sich am Ende dieser Woche Ihr Dieter Beese aus Bielefeld.

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