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Kirche in WDR 5 | 23.06.2018 | 06:55 Uhr

Samuel

Guten Morgen.

Wer steht schon gerne nachts auf? Menschen im Bereitschaftsdienst müssen es jede Nacht. Eltern von kleinen Kindern. Oder viele, die Angehörige pflegen und irgendwann in der Nacht die bekannte und vertraute Stimme hören.

Doch was, wenn es eine ganz andere Stimme ist, die man da hört? Ein Stimme, die man noch nie zuvor gehört hat.

So ergeht es dem jungen Samuel, der in dieser Nacht Bereitschaftsdienst hat. Samuels Beruf ist: Diener. Oder besser gesagt: Laufbursche des Priesters Eli. Das war zu einer Zeit, als es in Jerusalem noch keinen Tempel gab und Gottes Volk

mobil war. Und Gott die Menschen in einem Zelt begleitete.

Samuel hat eigentlich einen gesunden Schlaf.

Um dem Priester Eli zu dienen, muss Samuel Tag und Nacht in der Nähe des Heiligtums bleiben. In der heißen Sonne Israels harrt er aus. Das schlaucht. Am Ende des Tages ist er völlig ermattet. Und so tun die Kühle der Nacht und der Schlaf gut. Doch mitten in der Nacht hört der junge Samuel seinen Namen. Dienstbeflissen wie er ist, springt er auf und rennt zu Eli: „Hier bin ich, du hast mich gerufen!“ (1.Sam. 3,5, Gute Nachricht Bibel)

Doch Eli schweigt. Er hat keine Anweisung für Samuel. Und Eli ärgert sich. „Du hörst die Flöhe husten. Leg dich wieder hin und schlaf. Schließlich ist es mitten in der Nacht.“

Ob Samuel danach noch lange wach bleibt, ist nicht überliefert. Nur, dass er noch einmal seinen Namen hört. Und so wiederholt sich der ganze Vorgang.

Merkwürdig. Da befinden sich zwei Menschen ganz in der Nähe des Heiligtums, dem Ort, an dem Gott seine Gegenwart zugesagt hat. Und keiner von beiden, rechnet damit, dass Gott zu ihnen sprechen könnte, weder Eli noch Samuel. Dabei kannten sie die alten Geschichten. Die von Josef zum Beispiel. Dem war Gott in Träumen erschienen und Mose in einem Dornbusch.

Aber heute?

Wenn ich ehrlich bin, rechne ich auch nicht damit, dass Gott jederzeit zu mir redet. Und ich werde skeptisch, wenn Menschen so etwas behaupten.

Einen ständigen Draht zu Gott – den habe ich nicht.

Ich bin darauf angewiesen, in der Bibel zu lesen, in Gottes Wort. Ich brauche Zeiten der Stille, in denen ich nicht erreichbar bin. Ich muss darum ringen, die Stimme Gottes heraus zu hören aus all den vielen Stimmen, die täglich auf mich einreden. Dafür gibt es leider keinen Filter. In der Geschichte von Samuel braucht es den erfahrenen Priester Eli, der seinem Diener auf die Sprünge hilft:

„Wenn du noch einmal gerufen wirst, dann antworte: `Sprich, Herr, dein Diener hört!“ (1. Samuel 3,9 Gute Nachricht Bibel)

Vielleicht kann man es frei übersetzen mit: Sei auf Empfang und nicht immer nur auf Sendung! Hör genau hin! Und rechne einfach damit, dass Gott spricht, auch heute!

Jedes Wort, das einer an uns richtet, kann auch einmal Gottes Wort sein. Sogar wenn es die eigene Frau oder der eigene Mann ist…

Und mit einem Mal meldet sich Gott selbst zu Wort und redet zu Samuel oder zu mir. Und ich weiß, dass er es ist. Dann drücke ich ihn nicht weg, sondern versuche es wie Samuel: „Sprich, HERR, ich höre. Ich will tun, was du sagst!“

Ihr Pastor Heinz-Bernd Meurer aus Bottrop.

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