Aktuelles

Beiträge auf wdr4 

katholisch

Sonntagskirche | 18.02.2018 | 08:55 Uhr

Sanaa: Ich lebe in Jesus Christus!

„Ich bin nicht tot! Ich bin nicht tot! Ich lebe in Jesus Christus!“ Sanaa zittert am ganzen Leib. Tränen rinnen über das nasse Gesicht, vermischen sich mit dem Wasser, das ihr aus Haaren und Kleidung tropft.

Sanaa klammert sich an mich. Ich halte sie in dem warmen, großen Handtuch, wiege ihren bebenden Körper sanft hin und her.

Sie kann ihr Glück einfach nicht fassen, unaufhörlich wiederholt sie diesen einen Satz: „Ich bin nicht tot! Ich bin nicht tot! Ich lebe in Jesus Christus!“ So sehr hatte sie sich danach gesehnt. Jetzt endlich hat sich ihre Hoffnung erfüllt: Sanaa ist getauft!

Sanaa stammt aus Damaskus. Aufgewachsen ist sie in einer muslimischen Pflegefamilie. Schon als Kind hat sie den christlichen Glauben kennengelernt. Freundinnen nahmen sie mit zu Ordensschwestern im nahegelegenen Kloster. Ein Leben, um Jesus nachzufolgen, das hat Sanaa von früher Kindheit an fasziniert. Natürlich nur im Geheimen, niemals hätten die Eltern das erlaubt!

Als junge Erwachsene hatte sie die Familie verlassen und sich der katholischen Gemeinde angeschlossen. Hier hat sie ihren Mann Pierre und seine Familie kennen gelernt. Gemeinsam haben sie ihren Glauben gelebt und gefeiert. Sanaa wollte ganz zu Jesus Christus gehören. Doch obwohl sie inzwischen so viele Jahre in der Gemeinde in Damaskus zu Hause war, hat der Pfarrer dort ihr den größten Wunsch verwehrt. Die Taufe einer muslimischen Frau in Syrien, kam einem Todesurteil gleich; für die Taufbewerberin, wie für den taufenden Priester. Sanaa wusste, was für sie auf dem Spiel stand. Sie hatte die Entscheidung akzeptiert und doch fühlte sie sich wie abgeschnitten vom Leben. Das Wichtigste, was es für sie gab, blieb ihr vorenthalten.

Doch obwohl sie zutiefst unglücklich war, hat ihr der Glaube geholfen, Gewalt und Terror in der Heimat zu bestehen.

Als Sanaa schwanger wurde, hat die werdende Familie Syrien verlassen. Über die Balkanroute kamen sie nach Deutschland.

Der Weg führte sie nach Wattenscheid. Hier wollen sie ein neues Leben beginnen. Und das bedeutet für Sanaa auch: Ein Leben als Christin.

Nach der Geburt ihrer Tochter Jessica gab es für Sanaa kein Halten mehr.

Sie wollte die Taufe, am besten sofort!

Am Pfingstsonntag war es endlich soweit.

Die ganze Gemeinde feierte mit einer Frau, die ihr Glück kaum fassen konnte.

Sie hatte den Tod überwunden, ein für alle Mal: „Ich bin nicht tot! Ich bin nicht tot! Ich lebe in Jesus Christus!“

Dieser Satz hat sich tief in meine Seele eingeprägt!

Was für eine Predigt – leidenschaftlich, aus tiefster Überzeugung; handgreiflich, anschaulich, mit dem eigenen Leben bezeugt! Sanaa, eine große Glaubenszeugin, eine Frau mit einer Botschaft für diesen Sonntag!

Eine große Glaubenszeugin!

Warum ich gerade heute an sie denke?

An diesem Sonntag laden die Bischöfe in aller Welt Erwachsene Taufbewerber ein, die am kommenden Osterfest Christ werden wollen.

Auch ich bin heute Nachmittag im Essener Dom, begleite die Taufbewerberinnen unserer Pfarrei. Bischof Franz-Josef legt ihnen die Hände auf und segnet sie.

Zusammen mit ihnen, danke ich für das große Geschenk unseres Glaubens: Leben in Jesus Christus. Leben in Fülle!

katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
katholisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen
evangelisch
Abspielen