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Kirche in WDR 5 | 22.06.2018 | 06:55 Uhr

Schätze aus dem Boden und im Himmel

Guten Morgen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich aus Bottrop komme. Ich weiß, es gibt Städte mit klangvolleren Namen. Städte, die größer, schöner und älter sind. Bottrop wird im nächsten Jahr gerade einmal hundert. Dass aus dem kleinen Ort überhaupt eine Stadt wurde, verdankt es allein der Kohle. Und so ist die Zeche Prosper II auch eine der letzten Zechen, die in diesem Jahr dicht machen.

Der Bergbau hat in der Stadt unübersehbare Spuren hinterlassen. Ganze Stadtteile sind geprägt von niedrigen Zechenhäusern, mit ihren Gärten dahinter. Es gibt immer noch einzelne Fördertürme. Die ragen in den einst grauen Himmel über dem Ruhrgebiet. Dazu die Abraumhalden für das Gestein, das mit der Kohle aus der Erde gefördert wurde.

Doch das Entscheidende spielte sich über Jahrzehnte unter der Erde ab. Aus über 1000 Meter Tiefe wurde das schwarze Gold aus der Erde geholt. Früher aus engen und stickigen Stollen, in Handarbeit mit Hammer und Meißel. Heute geschieht dies beinahe vollautomatisch mit gewaltigen Hobeln. Ich durfte auch einmal einfahren und erleben, dass es längst nicht mehr dunkel oder stickig ist, sondern es ist hell, warm und windig, bei hoher Luftfeuchtigkeit. Man merkt fast gar nicht, wie tief man sich unter der Erdoberfläche befindet.

Was für ein Aufwand, der hier betrieben wird, denke ich, als ich im Aufzug wieder nach oben gefahren werde. Was für ein Aufwand, um an die begehrte Kohle zu kommen! Ein Aufwand an Menschen und Material, um an die Bodenschätze zu kommen, Energie für die heimische Stahlindustrie.

Oben angekommen bin ich doch froh, wieder den blauen Himmel zu sehen. Und ich habe noch mehr Respekt bekommen, für die Arbeit der Kumpel unter der Erde.

Heute stehen auf den Halden fast überall sogenannte „Landmarken“. Große Skulpturen, die zu Orientierungspunkten und beliebten Ausflugszielen geworden sind.

Früher waren die hohen Kirchtürme Orientierungspunkte in der Landschaft und Versammlungsorte für viele Menschen.

In der Blütezeit des Bergbaus waren die Kirchen und Gemeinden voll. Das Leben gab nicht viel her. Schätze sammeln war nicht. Aber viele hatten einen festen Glauben, der ihnen bei ihrer harten und gefährlichen Arbeit Halt gab. Und den konnte ihnen niemand nehmen.

„In `Jesus Christus` sind verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis“, heißt es in der Bibel. (Kolosser 2,3)

Für manche Bergleute waren das die größten Schätze überhaupt, größer als die Bodenschätze, die sie zutage förderten.

Heute haben die meisten in Deutschland mehr vom Leben. Aber all die vorhandenen, und vielleicht mehr noch die ersehnten irdischen Schätze verstellen leicht den Blick für den anderen Schatz. Und für eine tiefe Weisheit: Zu wissen, dass ein gnädiger Gott mit mir geht. Der mich liebevoll ansieht wie ich bin. Dessen Liebe mir hilft, anderen - und was vielleicht genauso wichtig ist -, mir selber zu vergeben. Was für Energie kann das freisetzen?!

Vielleicht lassen Sie sich von den Landmarken der Kirchen und Gemeinden einladen, um diese himmlischen Schätze neu zu entdecken. Dafür müssen Sie nicht erst unter Tage fahren.

Ihr Pastor Heinz-Bernd Meurer aus Bottrop.

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