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Kirche in WDR 2 | 29.02.2016 | 05:55 Uhr

Schalttag

Tärä! Für alle, die es noch nicht realisiert haben, heute ist ein besonderer Tag, der 29. Februar. Ein Tag, der bekanntlich nur alle vier Jahre im Kalender steht und das auch nur in Jahren, die durch vier teilbar, aber nicht… aber dazu ist es jetzt wirklich noch zu früh…. Fakt ist: Die Natur passt nicht ganz zu unseren Einteilungen und Zeitmessern. Deshalb muss ab und an ausgeglichen werden, eben indem wir einen Tag dazu bekommen.

Gelegenheit, uns auf ein „mehr an Zeit“ einzustellen, hatten wir bereits im letzten Jahr - allerdings nur im Kleinen. Da gab es nämlich eine Schaltsekunde. Zwischen Silvester und Neujahr wurde die Uhr genau eine Sekunde angehalten. Zeit genug für einen Kolibri locker 40mal mit den Flügeln zu schlagen oder für das Licht mal eben 300.000 km zurück zulegen. Für die meisten Menschen aber wohl doch eine zu vernachlässigende Größe, zumal um die Zeit keine Abfahrtsläufer oder Leichtathleten unterwegs waren.

Anders heute; ein ganzer Tag wird uns geschenkt. 24 Stunden, das ist eine Größe, mit der man was anfangen kann. Doch was machen die Verantwortlichen daraus? Einen ganz gewöhnlichen Arbeitstag, bei genauem Hinsehen einen zusätzlichen Arbeitstag. Und nicht genug, dass er ausgerechnet den Winter verlängert, fällt er auch noch auf einen Montag. Dabei hätte es doch genug Alternativen gegeben, allein von Mai bis Oktober exakt 184. Zum Beispiel einen 31. Juni, ein Tag, an dem es abends lange hell ist und vom dem man, jedenfalls gefühlt, auch abends noch viel hat.

Man hätte etwas aus dem Tag machen können, indem man ihn begeht z.B. als Tag der Astrophysik. Ein Tag, um die Hintergründe eines Schaltjahres oder einer Schaltsekunde tiefer zu verstehen und um Menschen wie den Astronom Hipparchos zu würdigen. Der hat schon 200 vor Christus ausgerechnet, dass die Erde 365 Tage, 5 Stunden , 55 Minuten und 12 Sekunden braucht, um die Sonne zu umrunden. Damit lag er nah an heutigen Erkenntnissen.

Man könnte den Tag auch Papst Gregor, dem XIII widmen. Der hatte 1582, als sich herausstellte, dass die bisherigen Schalttage nicht ausreichten, mal eben 11 Tage gestrichen. Würde Franziskus das für heute fordern, wäre also morgen Dienstag, der 11. März. Der käme dann doch überraschend. Und viele Termine hätten sich wie von selbst erledigt.

Viele Möglichkeiten also für einen besonderen Tag. Doch so oder so, die Beschäftigung mit der Zeit stellt uns nochmal vor Augen, was wir alle ja wissen, dass Zeit immer das ist, was Menschen aus ihr machen. Manchmal verfliegt sie und manchmal kriecht sie. In seltenen Fällen ist es so, als würde die Zeit still stehen und dann wieder zerrinnt sie schnell zwischen den Fingern – wenn wir sie nicht gestalten.

Und darum passt es dann doch, dass der Schalttag auf den heutigen Tag fällt. Denn so ist er der 20. Tag der Fastenzeit. Der sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern. Millionen Menschen nutzen sie, um sich einer Fastenaktion anzuschließen, nachzudenken, neues zu probieren und bewusster mit ihrer Zeit umzugehen. So nehme ich ihn dann doch gerne an, den 29. Februar – als geschenkte Zeit, um aus dem Trott zu kommen und nachzudenken über genau das: die mir gegebene Lebenszeit.

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